So war das tip Weinmahleins präsentiert von Priceless Berlin

In der Gaststätte am Ufer

With a Twist. Das sagt man sehr gerne, wenn einer das Gewohnte abseits aller Gewohnheiten inszeniert. Weshalb die neue Wirkungsstätte von Tilo Roth nun eben eine Gaststätte „with a Twist“ sein sollte. So wunderbar wie das Amuse Gueule – geräucherter Heilbutt auf einer Scheibe Pumpernickel – bekannte Geschmäcker abruft, da merkt man, da meint es einer schon sehr ernst mit seiner Liebe zur deutschen Gasthausküche. Dass Tilo Roth das Thema indes cleverer in der Inszenierung und vor allem präziser in den Aromen zu spielen weiß, das hat er bei diesem Weinmahleins präsentiert von Priceless Berlin selbstredend eindrücklich bewiesen.

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Als Küchenchef im The Grand am Alexanderplatz hatte Roth das Thema Dry Age nach Berlin gebracht und sich den Ruf des virtuosen Fleischverstehers erarbeitet. Nun an eigener Wirkungsstätte will er gleichsam zurück zur Küche seiner hessischen Heimat und zum Konzept eines Kiezlokals, bei dem sich alle um den Tisch versammeln. Keine versnobte Statusküche, sondern eine quasi unterschwellig aufgetischte Exzellenz. Exemplarisch: Himmel und Erde im Zwischengang, deutsche Tapas, eindrücklich in Textur und Geschmack. Genauso die fleischige Jacobsmuschel auf lauwarmen Linsen, die zweite Hälfte dieses Tellers. Tilo Roth setzt – gemeinsam mit unserem Weinmahleins-Partner Havelland Express, auf den er auch in seinem Küchenalltag vertraut – auf überzeugende Grundprodukte. Er macht daraus aber keine abgehobene Küchenphilosophie.

Zu dieser Haltung passten auch die Weine. Pfaffmann aus der Südpfalz, ein so junges wie inzwischen mit rund 70 Hektar beeindruckend großes Weingut, dessen Philosophie Susanne Bauer, Mitarbeiterin im Keller wie im Marketing, im charmant lokal gefärbten Idiom überzeugend präsentieren sollte. Um trinkbare Weine geht es. Schraubverschluss? Warum denn nicht! Aber schon beim Sauvingnon Blanc hatte man kein Bonbon im Glas, sondern einen klar definierten Körper, viel grüne Frucht. So gut können Weine sein, die man jeden Tag trinken könnte. Mindestens die Spätlese vom Riesling, Honig, Karamell, eingebundene Säure und der sortenreine Schaumwein von der Chardonnay-Traube waren noch viel besser. Galant auch die Idee, den Hauptgang, Linumer Wiesenkalb, langsam geschmort und zartrosa gebraten, im Glas Rot und Weiß zu begleiten. So spielerisch kann man die Feinheiten des Food Pairings lernen.

Wir bedanken uns für einen tollen Abend „with a Twist“. Denn das diese Gaststätte am Kreuzberger Landwehrkanalufer eine ganz besondere ist, wollen wir dann doch nochmal betonen.

Foto und Text: Clemens Niedenthal

Das nächste Weinmahleins präsentiert von Priceless Berlin findet am 19. und 20. Juli im Schwein statt

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