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In der Pathologie der Charité

Wer sich, wie am Samstag, den 8. September eine 20-köpfige Gruppe von tip Backstage präsentiert von Mastercard Priceless Berlin, auf dem Gelände der Charité in Berlin Mitte zum Institut für Pathologie begibt, befindet sich bald in einem Spannungsfeld von Historie und modernster Forschung. Das unmittelbar neben dem Medizinhistorischen Museum gelegene Gebäude für die Pathologie, so erläuterte Professor Ioannis Anagnostopoulos, seit zehn Jahren hier leitender Oberarzt und stellvertretender Institutsdirektor, der die Führung der Gruppe übernahm, entstand auf Initiative des Mediziners und Politikers Rudolf Virchow, dessen Namen das Institut trägt.

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Doch bevor der eigentliche Rundgang losging, umriss Anagnostopoulos in einer Powerpoint-Präsentation in der nicht minder historischen „Kapelle“ des Instituts, einst ein Abschiedsort von den Toten, jetzt ein Konferenzsaal, die Geschichte des Instituts und der Pathologie. Und räumte auch gleich mit einem Vorurteil auf: Nein, man untersuche hier keine mysteriös Ermordeten, um Todesursache und Vorgehen des Mörders zu entschlüsseln – das mache die Gerichtsmedizin. Stattdessen analysiere man hier vor allem Gewebeproben von lebenden Menschen – etwa bei Krebsverdacht. Aber auch Proben einzelner Organe, die beispielsweise zur Transplantation vorgesehen sind und auf ihre Eignung geprüft würden, seien Untersuchungsgegenstände. Verstorbene hingegen landen im Institut für Pathologie nur nach einem natürlichen Tod: um Krankheitsverläufe und mögliche Zusatzerkrankungen zu erforschen. In der Regel jedoch hätten die Mitarbeiter des Pathologischen Instituts es meist nur mit Partikeln des menschlichen Körpers zu tun. Hinter denen komplexe menschliche Schicksale stehen, wie Professor Ioannis Anagnostopoulos betonte: Sind Gewebeveränderungen harmlos? Oder Ausdruck einer Krebserkrankung? Die Ergebnisse der pathologischen Untersuchungen seien ein entscheidender Faktor, welche Therapien bei den Patienten später angewandt würden.

Mit welchen Methoden man im Institut für Pathologie zu seinen Erkenntnissen gelangt, wurde beim Rundgang dann deutlicher. Leistungsfähige Mikroskope, Chemikalien zum Einfärben von Zellen und Gerätschaften, um Gewebeproben in hauchdünne Scheibchen zu schneiden, das wurde bei der Besichtigung eines der Labore klar, sind nach wie vor wichtiger Bestandteil bei der Analyse. Seit der Jahrtausendwende spiele aber auch die Untersuchung von DNA-Material eine entscheidende Rolle. Im Pathologischen Institut der Charité weitgehend automatisiert durchgeführt in einem Labor mit Hightech-Geräten, das ebenfalls besichtigt wurde. Hier werden die Voraussetzungen für maßgeschneiderte, individualisierte, neueste Therapien geschaffen. Geradezu gegensätzlich wirkte dagegen der in seiner Art kaum veränderte, alte Hörsaal mit Obduktionstisch. Medizinstudenten, die es in den steilen, engen Rängen auf winzigen Klappsitzen aushalten, müssen schon eine virchow´sche Leidenschaft für die Pathologie mitbringen. Eine Passion fürs Thema, die übrigens auch immer wieder aus den Worten von Professor Ioannis Anagnostopoulos aufflammte.

Text: Eva Apraku
Fotos: Lena Ganssmann

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