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„Inglorious Basterds“-Premiere in Cannes

Christoph Waltz in Der neue Quentin Tarantino-Film gehörte sicher zu den am meisten erwarteten Filmen beim diesjährigen Filmfestival in Cannes. Heute morgen nun hatte der Streifen mit dem Schreibfehler im Titel seine Premiere an der Cote d’Azur. Und nehmen wir es ruhig vorweg: Die Reaktionen auf den hauptsächlich in Potsdam gedrehten Film reichen von brilliant bis langatmig.
Quentin Tarantino hatte „Inglorious Basterds“ in nur einem Jahr komplett gedreht und geschnitten, was für Hollywood-Verhältnisse eine recht kurze Zeitspanne ist und mit Sicherheit auch dem unbedingten Willen Tarantinos geschuldet war, den Film in Cannes präsentieren zu wollen. Schließlich hat der kultig verehrte Regisseur mit dem Festival unter Palmen bisher nur beste Erfahrungen gemacht.
Zweieinhalb Stunden dauert nun sein neuestes Werk über eine Truppe von Nazijägern, die im Frankreich des zweiten Weltkriegs ihr Unwesen treiben und hinter den Feindesreihen unter Führung eines jüdischen US-G.I.s (Brad Pitt) mit kompromissloser Brutalität Nazi-Skalps jagen und Überlebende mit eingeritztem Hakenkreuz auf der Stirn brandmarken.
Sprachlich ist der Film zu gleichen Teilen auf Englisch, Deutsch und Französisch verteilt und mindestens ebenso verteilt sind die Lasten des riesigen Ensembles. So bekommt selbst ein Brad Pitt alles in allem nur etwa eine halbe Stunde Leinwand-Zeit und der Rest wird unter so prominenten Namen wie Diane Krüger, August Diehl, Daniel Brühl oder auch Christoph Waltz (Foto) aufgeteilt. Letzterer ist nach Meinung von Blickpunkt: Film übrigens der große Gewinner des Films, hat letztlich die größte Rolle abbekommen und löst „die gewaltige Herausforderung mit Souveränität und Charisma bravourös“.
Im Allgemeinen nicht sonderlich begeistert von dem Film ist Baz Bamigboye von der britischen Daily Mail: „Nicht genügend Skalps in Tarantinos sehnlichst erwarteten Inglorious Basterds. Obwohl der Film gut ist und viele spassige Momente besitzt, ist er eher geschwätzig als actionreich. […] Ein nostalgischer Tarantino, ganz sicher, aber ein bißchen mehr Wumms wäre wirklich glorreich gewesen.“
Ganz anders sieht dies Chris Hewitt vom Empire Magazine: „Inglorious Basterds ist genauso eigenwillig wie die Schreibweise seines Titel. Ein wunderbar gespielter Film, der die Erwartungen ständig unterläuft. Es könnte das selbstbewussteste Drehbuch sein, das Tarantino bisher verfasst hat.“
Kirk Honeycutt vom Hollywood Reporter hingegen ist enttäuscht und erwartet nicht, dass Tarantino für seinen Film in Cannes einen Preis gewinnen wird. „Es ist sicherlich ein ganz guter Action-Film. […] Das Problem ist das Drehbuch. Es fehlen mir die typischen Tarantino-Dialoge.“

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