Instra:Mental im Berghain

Instra:MentalEs mag Ausdruck unseres Zeitgeistes sein, dass jeder Veränderung in der Musik gleich ein neues Genre folgt: Wonky, Wobble, Dark- und Halfstep heißen diese teilweise mikroskopisch kleinen Nischen. Da wirkt es fast schon heilsam, wenn das Londoner Duo Instra:Mental zeigt, wie wenig es sich um diese Fragmentierung schert. Seit einem Jahr nun bringen Alex Green und Damon Kirkham ihren „Autonomic-Podcast“ raus, mit dem sie Zusammenhänge zwischen gegensätzlichen Lagern schaffen. Angefangen haben Instra:Mental um die Jahrtausendwende, mit gewöhnlichem Drum & Bass. Damals hatten sie drei Singles herausgebracht, die eine Kombination aus traditionellem Jungle, verschachtelten Breaks und Muskelbass а la Dillinja waren. Nach einer Schaffenspause von sechs Jahren waren Instra:Mental plötzlich wieder zurück, voller Ideenreichtum und bereit, ihre konservative Herangehensweise ans Produzieren mit einer offengeistigen auszutauschen: Während früher Amen-Breaks und pflichtgemäß düstere Atmosphäre herrschten, gab es nun mit Stücken wie „Watching You“ eine neue, technoide Aufgeräumtheit, verschrobenen R&B-Gesang und vor allem ein Problem für die Presse: Was war das jetzt für ein Stil? Dabei ist gerade diese Vielfalt, die Instra:Mental zelebriert, ihr Stil und zudem ein treffender Ausdruck unserer Zeit.

Text: Lucas Negroni

Instra:Mental + Distance + Scuba u.a., Berghain, Fr 14.1., 24 Uhr, AK: 12 Euro

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