Musik & Party in Berlin

Intronaut im Cassiopeia

Innenbetrachtung: Das Progressive-Metaller aus Los Angeles erforschen mit Vorliebe sich selbst.

Intronaut

„Ein Astronaut bereist den Raum dort draußen, ein Intronaut dagegen begibt sich in das Innere.“ Mit diesen Worten erläuterte Sänger und Gitarrist Sacha Dunable einmal den Namen seiner Band. Das Innere also. Wahrscheinlich gibt es dort wirklich mehr zu erfahren als anderswo. Das Brutzeln der Synapsen, das Rauschen des Blutes, das Wirbeln der Gedanken, das Rumoren der Emotionen. Und dann die Ruhe im Einssein mit sich. So jedenfalls klingt das, was Intronaut seit zehn Jahren im Zuge ihrer Selbsterforschung zu Tage fördern. Am Anfang stand mit „Void“ noch der Zorn. Das Debüt war ein Ereignis in Sachen Wucht, während der Nachfolger „Prehistoricisms“ mit seinen verzwickten Songstrukturen endgültig bewies, dass die Kalifornier mit Drummer Danny Walker und dem studierten Jazz-Bassisten Joe Lester über eine unerhört originelle Rhythmus-Sektion verfügen. Die mittlere Passage des Tracks „The Literal Black Cloud“ dürfte jedenfalls zum Besten gehören, was im progressiven Metal jemals aufgenommen wurde. Auf „Valley Of Smoke“ bastelten Intronaut weiter beharrlich an ihrem Sound, verfeinerten, polierten, entschlackten – und sicherten sich damit den Respekt illustrer Kollegen wie Tool oder Meshuggah. Zu deren Prominenz hat es bislang noch nicht gereicht. Mit der Reparatur von Instrumenten oder dem Kellnern in Bars bezahlen die Bandmitglieder ihre Rechnungen. Dem neuen Album „Habitual Levitations“ nach zu urteilen, sehen sie das entspannt: Noch melodischer und fokussierter ist das Quartett geworden, und erstmals verzichtet Dunable nahezu komplett auf das Gebrüll früher Tage.

Text: Roy Fabian

Intronaut + Scale The Summit + ?Earthship, ?Cassiopeia, Sa 7.12., 20 Uhr, ?VVK: 10 Euro zzgl. Gebühr

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