Kino & Film in Berlin

„Itzhak“

Zu Besuch beim Meister: Itzhak

Foto: Arsenal Filmverleih

Der 1945 in Tel Aviv geborene Itzhak Perlman ist einer der bedeutendsten lebenden Violinisten. Zudem unterrichtet er junge Talente und liebt neben der Musik auch Baseball und ­Essen.
Für ihren Dokumentarfilm hat Alison Chernick Perlman eine Weile in seinem Alltag aus Konzerten, Proben, Unterrichtsstunden und Preisverleihungen begleitet. Das unkommentierte Porträt ist allerdings kein Cinéma Vérité: Die Gesprächssituationen – mit seiner Frau Toby, Musikern und dem Schauspieler Alan Alda – sind arrangiert; sie bewegen sich inhaltlich entlang seiner Biografie oder berühren Themen, die ihm wichtig sind. Wie die Auswirkungen seiner Gehbehinderung, die auf eine ­Polioerkrankung in der Kindheit zurückgehen. Jüdische Traditionen, die in der Familie gelebt werden. Der Umzug nach New York als 13-Jähriger. Oder auch seine Stradivari-­Geige.

Dass der Geiger und seine Frau in ihrem Perlman Music Center nicht den harten Wettbewerb junger Musiker fördern, sondern darauf eingehen, dass jedes Talent sich die musikalischen Welten in unterschiedlichem Tempo erschließt, ist das genaue Gegenteil von dem, was Perlman in seiner Jugend selbst widerfahren ist. „So etwas wie den besten Schüler gibt es nicht“, sagt der Virtuose. Am Ende komme es auch nicht darauf an, dass man möglichst viele Töne möglichst schnell spielen kann. Viel wichtiger seien Klangfarbe und Ausdruck der Musik. Was am Ende den Unterschied zwischen einem guten und einem brillanten, anrührenden Musiker ausmacht, vermag aber auch Perlman nicht erklären. Man muss sich ja nicht jedes Geheimnis entreißen lassen.

Itzhak, ISR/USA 2017, 82 Min., R: Alison Chernick, Start: 9.8.

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