Hip-Hop

J. Cole in der Columbiahalle

Rap-Schwergewicht J. Cole ist nicht verkopft, aber doch reflektiert

Während vielfach gemäkelt wurde, er sei auf die dunkle Seite der Musikindustrie-Macht gewechselt, legte Jermaine Lamarr Cole Ende 2016 seine stärkste LP vor: „4 Your Eyez Only“ vermengt 808-Bass-Brecher mit entschleunigtem Sound, zeigt Stringenz, ohne zu viel konzeptuelle Verkopftheit – und ist dabei doch unheimlich reflektiert, ohne sich anzubiedern. Verzwickte Damengeschichten weichen zeitweise dem Ausspruch von Versagensängsten („She’s Mine Pt. 1 & 2“), während Cole sich in Bodenständigkeit und meditativer Präsenz übt.

Der groß gewachsene 32-Jährige aus North Carolina (aber geboren auf einer Army-Basis im Frankfurter Nordend) zeichnet seine Lebenswelt für die Augen seiner heranwachsenden Tochter nach, der er die LP auch widmet. Eine ganz große Stärke. Im kommerziellen US-Hip-Hop zählt J. Cole seit seinem Debütalbum 2011 zu den Schwergewichten. Szene-Regent Jay-Z nahm ihn bereits 2007 als ersten Künstler seines Labels Roc Nation unter Vertrag, nachdem er den Song „Lights Please“ von Coles erstem Mixtape „The Come Up“ gehört hatte. Seitdem gingen alle vier Platinalben auf die Eins. Live dürfte der Rapper, der bereits als Support für Jay-Z, Rihanna und Drake spielte, Luft für zwei haben.

Columbiahalle Columbiadamm 13–21, Tempelhof, Fr 6.10., 20 Uhr, VVK 47 €

 

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