Kolumne

Jackie A. entdeckt… Spaß mit 45

Ha, da waren Sie ja! Habe Sie sofort erkannt! Sie saßen da, so zwischen 30 und 50, mit eilig zusammengerauftem Haarknoten oder so kurzen Stoppeln, mal aufmunternd lächelnd, dann wieder skeptisch verkniffen – endlich weiß ich, mit wem ich es hier am anderen Ende des Textes zu tun habe!

Kolumne Jackie A. tip 09/2917

Und damit eines klar ist: So wie Sie sich da am Abend aufgeführt haben bei der Lesung in der Galerie Neurotitan … – bin ich jetzt Fan von Ihnen! Meine Güte, Sie haben tatsächlich mitgemacht, sogar lauthals mitgelesen (Grüße an Micha aus Pasewalk). Und jetzt, da sind Sie wirklich selber dran schuld, möchte ich natürlich mehr. Die Veranstalter der „Schönen Party“ von Radioeins haben sich breitschlagen lassen, die nächste Lesung bei sich auszurichten. Seien Sie also am 13. Mai in der Kalkscheune dabei und feiern mit mir den tip-Geburtstag – schon wieder!
Dann wird es ein Wiedersehen geben mit spektakulärem Jubiläumsequipment. Das hat den Abend nämlich überstanden, obwohl wir nach der Lesung gleich weiter in Richtung Restaurant Mädchenitaliener zogen. Dabei fiel mir auf, dass es im scheinbar so unbeeindruckbaren Berlin ja doch eine Nummer ist, mit einer heliumgefüllten „45“ durch Mitte zu spazieren. Zu der hatte nämlich jeder etwas zu sagen – und leider nicht nur „Alles Gute“. Mit dem sperrigen Ding quetschte ich mich durch den Eingang des Restaurants. Es dauerte keine Sekunde, bis von der Belegschaft ein „Happy Birthday“ angestimmt wurde. Die Touristin am Nachbartisch begann süßlich lächelnd an den Ballonfäden herumzunesteln, die ich hinter ihr am Stuhl befestigt hatte. Offensiv schaute sie in meine Richtung, aber ich wollte mich nicht unterhalten, ja nicht einmal lächeln, das geht nämlich nur ganz schlecht mit Pasta im Mund. Der Frau war das offenbar egal,  jedenfalls guckte sie weiter interessiert. Und dann rief  ihr Freund auch noch rüber, ich solle doch jetzt mal das Gas inhalieren, vermutlich damit ich dann mit so einer Micky-Mouse-Stimme sinnentleerte Dinge in den Raum sprechen könnte. Ich versprach ihm genau das zu tun, nur um endlich in Ruhe meine Pasta essen zu können, verschwand danach allerdings sehr schnell. Auf dem Weg zum Taxistand nahm ich noch diverse Glückwünsche und halbwitzige Kommentare entgegen, bevor ein Fahrer sich aufzuführen begann, als würde ich eine Atombombe in seinem Wagen transportieren wollen. Und als ich Anstalten machte, mit meinem Ballon ins nächste Taxi zu steigen, war er plötzlich ganz freundlich. Aber das kennt man ja in Berlin – und Sie, Sie kenne ich jetzt auch.

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