Symbolismus

Jan Toorop im Bröhan-Museum

Das Bröhan-Museum erinnert an Jan Toorop und eine frühere Globalisierung

Fotos Kröller-Müller Museum, Otterlo; Courtesy René Wirths

Aus ganz anderer Perspektive als in Berlin üblich macht das Bröhan-Museum die Zeit um 1900 mit seiner neuen Ausstellung über Jan Toorop anschaulich, über einen gefeierter wie umstrittenen Maler in den Niederlanden. Toorop kam aus Java, damals Teil der holländischen Kolonie „Ostindien“. Der Sohn holländischer Kolonialbeamter hatte auch asiatische Vorfahren. Was man ihm ansah. Als er zehn war, schickten ihn seine Eltern allein nach Europa. Die Bröhan-Schau, eine Übernahme aus Den Haag, thematisiert das, was heute Migrationshintergrund heißt, indem sie es nicht thematisiert. Von Saal zu Saal konjungiert sie durch, wie Toorop virtuos vom Naturalismus zum Impressionismus zum Symbolismus zum Pointilismus zum Divisionismus wechselte.
Dabei wird deutlich: Der Künstler porträtierte ausschließlich Weiße. In seiner symbolistischen Phase aber malte er Figuren wie aus dem javanischen Schattentheater. Auch Einflüsse der Batikkunst zeigen sich. Toorops Leben und Schaffen sind gut dokumentiert. So lässt sich im Katalog nachlesen, dass in der Rezeption des Werk Toorops Herkunft sehr wohl eine Rolle spielte, ob in London, Wien oder Berlin. Wie das den Künstler beeinflusste, bleibt eine Frage: Über Jan Toorop lässt sich noch viel forschen.

Brohän-Museum Schloßstr. 1a, Charlottenburg, Di–So 10–18 Uhr, 8/ erm. 5 €, 1. Mi/ Monat frei, bis 21.5.

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