Kunst und Museen in Berlin

Mike Mills in der Pool Gallery

Als Albumdesigner und Videoregisseur für Sonic Youth wurde er bekannt. Jetzt zeigt der Kalifornier Mike Mills Zeichnungen und Fotocollagen aus den Jahren 1971 und 1978

Mike Millstip In Ihren Zeichnungen sehen wir zum Beispiel Puh, Richard Dean Anderson und Charles Manson, und diese ordnen Sie ihren prägenden Kindheitsjahren 1971 und 1978 zu. Warum?
Mike Mills 1971 war ich fünf Jahre alt. Das sind Figuren, an die ich vage Erinnerungen habe. In den USA gab es zudem überall Anti-Vietnam-Bewegungen,  Weather Underground verbreitete Terror. 1978 entdeckte ich meine Sexualität und die Punkmusik, und mein Vater hatte seine erste Ausstellung.

tip Inwieweit hat er Ihre Arbeiten beeinflusst?
Mills Meine Eltern wurden in den 20er Jahren geboren, haben die große Depression erlebt, dazu den Zweiten Weltkrieg. Das prägte mich. Ich wuchs also auf in dem Glauben, ihre Sorgen seien die schlimmsten, die einem Menschen überhaupt passieren können. All das Drama des Lebens habe ich als Fünfjähriger versucht nachzuempfinden, auch wenn für mich das diffus geblieben ist. Das arbeite ich jetzt nach.

tip Sie haben Images von Musikern geprägt, ohne selbst an der Musik teilzuhaben. Für die biederen Romantiker Air haben Sie dunkle Pop-Art-Cover gemalt, die auch in Ihrem neuen Buch „Graphics / Films“ abgebildet sind.
Mills Bei Air hatte ich das Glück, ihre Karriere von Anfang an zu begleiten. Ich durfte ihre ersten Videos drehen. Air sind Franzosen. Europäer. Sie behandeln mich wie einen Künstler. Sie fanden es unbeschreiblich lustig, einen ihrer Songs nach mir zu benennen. Mike Mills, für Franzosen ein unfassbar ulkiger Name für ein Lied.

Nachgefragt: Peter Schiffner

Foto: Harry Schnitger

 

Pool Gallery Tucholskystraße 38, Mitte,
bis 14.3.2009, Mo-Fr 12-20 Uhr, Sa 12-18 Uhr.

 

Weitere Kunstköpfe:

Ulrike Segerberg,

Simone Neidhard

Ricoh Gerbl

Ulrich Lamsfuß

Anna Fischer-Husemeyer

Lovro Artukovic

Bartek Jarmolinski

Hubertus Brand

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