Rap

Joey Badass im Festsaal Kreuzberg

Der 22-jährige Joey Badass gilt als neue Hoffnung im US-Hip-Hop

Foto: Gari Askew II

Das Dollarzeichen ist heute unter jungen Rappern nur noch ironisches Accessoire, eine Reminiszenz an den Bling-Hip-Hop, mit dem Jungspunde wie A$AP Rocky, Ty Dolla $ign oder Joey Bada$$ aufwuchsen. Ihre Hausaufgaben haben sie trotzdem gemacht, wie „All-Amerikkkan Bada$$“ von dem 22-jährigen Jo-Vaughn Virginie Scott alias Joey Bada$$ eindrucksvoll beweist. Joey galt mit seinem Video „Survival Tactics“ von 2013 auf Anhieb als Hoffnungsträger des aus der Mode geratenen Boom-Bap-Hip-Hop alter Schule. Sein Albumdebüt „BA.DA.$$“ war, nach einigen Mixtapes, ein einziges Versprechen in Traditionsbewusstsein, Stil und Substanz, welches der Nachfolger bravourös einlöst. Joey gibt sich auf „All-Amerikkkan Bada$$“ (auf dem Cover posiert er aus einem fahrenden Auto heraus mit ausgestrecktem Mittelfinger vor der Landesflagge) explizit politisch. In „Land of the Free“ rechnet er mit – natürlich – Trump ab, „Temptation“ endet mit der tränenreichen Aussage der 9-jährigen Zianna Oliphant nach der Erschießung von Keith Lamont Scott durch weiße Polizisten. Die Stimmung ist nüchtern, aber nicht hoffnungslos. Joey übernimmt das Staffelholz von Kendrick Lamar, der auf „DAMN.“ von seiner Rolle des Sozialchronisten Abstand genommen hat. Mit dessen Wortgewandtheit kann Joey es zwar nicht aufnehmen, dafür beweist er aber, dass er über astreine Hooks verfügt – man höre nur „Legendary“ mit Samttiger J. Cole. Make Amerikkka great again.

Festsaal Kreuzberg Am Flutgraben 2, Kreuzberg, Sa 11.11., 20 Uhr, VVK 42 €

Kommentiere diesen Beitrag

Kommentiere diesen Beitrag

Kommentare