Fotografie

Juergen Teller im Martin-Gropius-Bau

Irritierend, ironisch, präzise: Juergen Teller ist seit 30 Jahren einer der gefragtesten Fotografen weltweit – in der Kunst und auch im Kommerz

Juergen Teller, 2016

Eigentlich sind games on names im Journalismus ja streng verboten. Aber wenn Juergen Teller dauernd Teller ins Bild setzt, also solche aus Porzellan sowie Porträtfotos von ihm selbst, müsste ein Kalauer wie der mit der Tellermine eigentlich erlaubt sein. Auch, weil er den hammerhaften Humor vieler seiner Arbeiten trifft. Tellers freie künstlerische Arbeiten sind oft autobiografisch: ungeschönte Selbstinszenierungen, darunter eine Serie von Selbstporträts mit Tellern sowie von „Frogs & Plates“.  Doch er fotografiert auch Mode und viele Prominente – als Auftragsarbeiten. Er wird gebucht, weil er statt der herbeigeschminkten Schönheit die Schönheit der Irritation und der Ironie zeigt. Teller, der in London lebt, ist auf jeden Fall heißer Scheiß. So heiß, dass er auch im abgebrühten Berlin bewundert wird.

Juergen Teller. Enjoy your Life! Martin-Gropius-Bau, Niederkirchnerstr. 7, Kreuzberg, Mi–Mo 10–19 Uhr, 20.4.–3.7., 10/6,50 €, bis 16 J. frei

Kommentiere diesen Beitrag

Kommentiere diesen Beitrag

Kommentare