Klamauk

„Kalte Füße“ im Kino

Skurrile Winter-Komödie mit Heiner Lauterbach

Petro Domenigg/ Claussen Putz/ Lotus-Film/ Sony

Zuweilen kommt auch im Kino das Beste zum Schluss. Diesmal muss der Rezensent gar das Ende des Abspanns abwarten, bis sich mal ein etwas kräftigeres Lachen einstellt. „Tiere und Genitalien“, steht da geschrieben, „wurden von Fachpersonal betreut“.

Im Film davor geht es um einen Möchtegernganoven namens Denis (Emilio Sakraya), der sich weder gegen seinen vorlauten und schlaueren Bruder noch gegen die echten, die großen Bösewichte auf der Straße zu behaupten weiß. Auch seine Mutter (Jasmin Gerat) geht allmählich ihrer Geduld verlustig, zumal Denis noch daheim wohnt und keine Anstalten macht, ein paar Kröten auf legalem Weg dazuzuverdienen. Dann kommt es zu einer folgenschweren Verwechslung: Eigentlich sollte Denis in die Land-Villa eines betagten Unternehmers (Heiner Lauterbauch) einsteigen, um dort nach Preziosen zu schnüffeln. Schnell aber findet er sich in der Rolle des Krankenpflegers wieder: Der Manager ist seit einem Schlaganfall bewegungsunfähig, kann nicht sprechen. Denis steckt nicht nur in der Patsche, er ist tatsächlich gefangen: Das stattliche Anwesen wird bei einem Wintersturm von der Außenwelt abgeschnitten. Damit nicht genug, bekommt es unser Kleingangster auch noch mit Charlotte zu tun – die angehende Polizistin (recht charmant: Sonja Gerhardt) ist des Hausherrn Enkeltochter.

Über 97 Minuten kommt die Komödie nicht aus der Hocke; vieles hat man zig Mal gesehen: Denis rast auf Skiern gegen einen Baum, stürzt beim Versuch ab, an einer Regenrinne hochzuklettern. Und ja, auch sein Genital wird in Mitleidenschaft gezogen. Selbst die sich anbahnende Romanze zwischen Denis und Charlotte schlägt keinerlei Funken. Was schade ist, hätte doch aus Wolfgang Groos’, mit Unmassen an Schnee aufwartendem Film, ein hübscher, sowohl mit Witz als auch Romantik ausgestatteter Weihnachts- respektive Neujahrsstreifen werden können.

Kalte Füße D/A 2018, 97 Min., R: Wolfgang Groos, D: Emilio Sakraya, Sonja Gerhardt, Jasmin Gerat, Heiner Lauterbach, Start 10.1.