Fest der Völker

Karneval der Kulturen 2017

Tanzen gegen Terror: Beim Karneval der Kulturen setzt man auf Lebensfreude – und nicht auf Angst

Foto: Frank Löhmer

Als die Piranha Arts AG – sie ist seit Anfang 2016 der Veranstalter des Karnevals der Kulturen – Mitte Mai ihre Presseerklärung zur 22. Ausgabe des multikulturellen Umzuges mit mehrtägigem Straßenfest herausgab, hatte es den Terroranschlag in Manchester noch nicht gegeben. Dennoch war spätestens seit dem Anschlag auf den Weihnachtsmarkt an der Gedächniskirche klar, dass auch in Berlin Groß-Events, auf denen das Leben gefeiert wird, Gefahr laufen, im Fokus selbsternannter, mörderischer „Gotteskrieger“ zu stehen. „Die Akteure der Veranstaltung haben sich entschieden, ihre Freiheit nicht der Angst zu opfern. Sie gehen auf die Straße und zeigen, was sie in diesem Jahr bewegt“, hieß es in der Erklärung. Dazu stehe man nach wie vor, sagt Ruth Hundsdoerfer, Pressesprecherin des Karnevals der Kulturen.

Da parallel zum Karneval auch das Internationale Deutsches Turnfest stattfindet, „die größte Breitensportveranstaltung der Welt“, sei jedoch das Security-Personal knapp geworden. Im ganzen Bundesgebiet würden Wachleute rekrutiert – was das äußerst knappe Budget belaste. Soeben hat der Senat Mehrkosten in Höhe von 185.000 Euro übernommen. Eine Investition, die sich lohnt. Mit seinen rund 5.000 Teilnehmern verteilt auf 63 Gruppen beweist der Karneval der Kulturen jedes Jahr aufs Neue: ein friedliches Miteinander ist möglich.

Karneval der Kulturen Straßenumzug: 4.6., ab 12.30 Uhr ab Hermannplatz, Neukölln (Richtung Yorckstraße). Straßenfest: 2.–5.6. Blücherplatz, Kreuzberg. Mehr auf: www.karneval-berlin.de

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