Wütender Sturm

Kate Tempest

Kate Tempest verbindet Lyrik, Sozialkritik und urbane Musik

Bradley ist erfolgreicher PR-Manager in London. Tinder sei Dank kann er sich über sein Liebesleben nicht beschweren. Zoe hat ganz andere Sorgen. Sie kann sich die Miete ihrer Wohnung nicht mehr leisten, fühlt sich weggentrifiziert. Pete gibt sich erst gar nicht die Chance, groß nachzudenken. Er ist ständig auf Alkohol und Drogen. Keine Nacht vergeht,
in der er nicht spät nachts nach Hause torkelt. Neben Bradley, Zoe und Pete skizziert Kate Tempest auf ihrem neuen Konzeptalbum „Let Them Eat Chaos“ noch vier weitere Menschen, alle vereint in ihrer Einsamkeit, ihrer ganz persönlichen Form der Leere. „Life is just a thing they do“. In Spoken-Word-Manier stellt Tempest die Charaktere zunächst kurz vor.
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Ihre Sprache ist poetisch, empathisch und doch schonungslos. Erst dann macht die Gedichtanmutung einer rauen Rap-Kulisse Platz. Mal düster dröhnend, mal zerstörerisch aufheulend, aber stets im Dienste der Erzählung. Fast 50 Minuten und 45 Songtext-Seiten später lässt Tempest ihre Protagonisten endlich aufeinander treffen. Ein wütender Sturm treibt die Sieben nach draußen. Im Auge dieser Naturgewalt finden sie plötzlich zu sich selbst und zueinander. „The myth of the individual left us disconnected, lost and pitiful“, spittet Tempest erregt über kalten, postapokalyptischen Synthie-Flächen.