3x2 Gästelistenplätze für

Keimzeit im Kesselhaus

Die einstige Ost-Kultband Keimzeit hat sich mit der eigenen Vergangenheit versöhnt

Dass Keimzeit schon lange im Geschäft sind, das kann man schon daran erkennen, dass 2016 zwei CDs nötig waren, um auf der Compilation „Land in Sicht“ all die Lieder zusammen zu fassen, die die Berliner Band für ihre besten hält. Und dass diese beiden CDs im Untertitel nicht schnöde „Best of“ genannt wurden, sondern „Werkschau“, daran kann man zusätzlich erkennen, dass Keimzeit erstens schon sehr, sehr lange im Geschäft sind. Und zweitens, dass sie sich nicht als Rockband im herkömmlichen Sinne verstehen, sondern einen Anspruch hatten und haben, den wir mal einen literarischen nennen wollen.

Zuerst allerdings begann die 1980 in Belzig als Familienunternehmen gegründete Band als Cover-Kapelle, die sich mit ausufernden Konzerten einen Kultstatus als Grateful Dead der DDR erspielte. Schnell aber übernahm Sänger, Gitarrist und Texter Norbert Leisegang das Ruder. Seine Songs, in denen jedes stille, unspektakuläre Wort an der richtigen Stelle sitzt, kommen ganz ruhig daher, aber fingen ein Lebensgefühl dermaßen treffend ein, dass aus dem Kult eine substanzielle Anhängerschaft wuchs.

Keimzeit waren die Band für DDR-Jugendliche, denen der Staatsrock zu abgehoben, Westbands aber eine Mauer zu weit von ihrer Lebenswirklichkeit entfernt waren. Das Verhältnis zwischen Fans und Band wurde durch den Systemwechsel arg auf die Probe gestellt, längst aber haben die beiden wieder zusammen gefunden – und sind gut im Westen angekommen.

Die Lieder von Leisegang sind ja auch immer noch so gut wie einst – und zurück am Puls der Zeit. Ja, selbst mit dem einzigen substantiellen Hit, dem zwar lange von der Band verhassten, trotzdem zum Klassiker gewordenen „Kling Klang“, hat man sich versöhnt und spielt es wieder auf Konzerten.

Wir verlosen 3×2 Gästelistenplätze für das ausverkaufte Konzert von „Keimzeit“ am 14.12. im Kesselhaus. Schickt eine E-Mail mit dem Betreff „Zeit“ und einem Motivationswort an geschenkt@tip-berlin.de.

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