So war es beim zweiten Kiezgourmet präsentiert von Mastercard Priceless Berlin

Ein kulinarischer Spaziergang durch Kreuzberg

„Kiez“, so weiß es Wikipedia, ist, vor allem in Berlin, das geläufige Wort für ein Gründerzeitquartier in „inselartiger“ Lage und einem identitätsstiftenden Zugehörigkeitsgefühl in der Bevölkerung. Kann man so stehen lassen, hier so in der Abendstimmung am Paul-Lincke-Ufer.

Wobei eine gute Küche mindestens so identitätsstiftend sein kann wie ein guter Kiez. Von beidem erzählt unser Kiezgourmet präsentiert von Mastercard Priceless Berlin. Und deshalb stehen 18 hungrige Berliner und Berlinerinnen nun also an der Schwelle des Spindlers in bester Kreuzberger Flanierlage. Was es gibt? Ein vollmundig knapp angebratenes Thunfisch Tataki und einen Rosé von Oliver aus Pfalz. Nach Deutschland, nach Frankreich, dazu die Präzision der zeitgenössischen asiatischen Küche, so schmeckt das Spindler, ein Ort der verstanden hat, dass ein zeitgemäßes Gesellschaftslokal, nicht auf eine dezidiert ausformulierte Produktküche verzichten kann. Und vor allem eines der stilsicher gemütlichsten Lokalitäten der Stadt.

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Drei Türen nebenan geht es ähnlich schön weiter. Mit frittierten Chrysanthemenblüten. Und einem tomatigen Drink mit Salzrand, in den dann noch eine Flasche Corona-Bier gekippt wird. Kann man machen. Sehr gut sogar. In Mexiko macht man das. Und wir haben es Max Paarlberg und seinem im vergangenen Jahr eröffneten La Lucha zu verdanken, dass wir Berliner unser Bild von der mexikanischen Küche inzwischen auf das Köstlichste revidieren konnten. Kreuzberg ist eben auch das: ein wunderbar multikulinarischer Kiez.

Denn wir uns vor dem Hauptgang erst einmal erlaufen. Über den Landwehrkanal, hinein in den Graefekiez und hin zu einem, der genauso wie Paarlberg eine Sozialisation in der Berliner Street-Food-Szene aufzuweisen hat. Kurz: Es gibt welche, die sagen, dass Marvin Lerche die besten Burger dieser Stadt macht. Nach diesem Abend sagen das noch einmal 18 Münder mehr. Die Röstaromen, die Textur, das Mundgefühl. Comfort Food mit kalifornischem Zungenschlag. Big Sur heißt dieser Lieblingsort in der Graefestraße, der in den kommenden Tagen bereits um eine rustikale Burger-Theke erweitert wird. Für den schnellen Hunger, der im Big Sur eben nicht mit Fast Food übersetzt wird.

Und weil Kreuzberger Nächte nunmal lang sind, traf sich unsere mobile Tischgesellschaft zum Abschluss an der Bar. Im Lugosi, Reichenberger, Ecke Manteuffelstraße, dem einer unserer Teilnehmer attestierte, dass es ihn an seine Kreuzberger Studentenzeit erinnern würde. Was voll und ganz als Kompliment gemeint war. So schön und vor allem so lässig kann Understatement sein. Und so fachverständnisvoll die Mixkultur von Lennart an der Bar. Draußen ist es dunkel, drinnen auch nicht allzu hell. Aber auch darum geht es ja beim Kiezgourmet. Um die großartigen Orte und Aromen abseits des allzu Offensichtlichen.

Und wer jetzt hungrig geworden ist: Im Juni geht es in den Schöneberger Akazienkiez. Zu Tatar, Sardinen und frisch gebackenen Waffeln und zum besten Eis der Stadt. Alle Infos dazu hier.

Text: Clemens Niedenthal

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