Neues Kunstareal

Kindl Zentrum für zeitgenössische Kunst

Das Kindl Zentrum für zeitgenössische Kunst legt einen beeindruckenden Start hin

Foto: Jens Ziehe, 2016
Foto: Jens Ziehe, 2016

Schon die Architektur der Kindl Brauerei mitten in Neukölln ist einen Besuch wert. Hoch ragt der in Anlehnung an den Expressionismus gedachte Klinkerbau aus der Industriebrache heraus. Man darf gespannt sein, wie es mit dem Gelände weitergeht, Raum für Entwicklungen ist jedenfalls vorhanden. Auch die Kunst, die jetzt auf frisch fertig gestellten drei Ebenen gezeigt wird, kann überzeugen. Eberhard Havekost (Abb. „Baum, B15“), dessen Gemälde sich auf gleich zwei der drei Ebenen ausbreiten, ist ja sowieso ein Garant für malerische Qualität. Die Arbeiten aus den letzten zehn Jahren zeigen aber gerade auch sein Tasten und Suchen nach immer neuen malerischen Ausdrucksformen. Neben figurative treten pastose Arbeiten, abstrakte Farbquadrate und verwischte Farbflächen, auf denen man eher intuitiv etwas zu „erkennen“ meint, als dass man dies wirklich tut. Auch die Gruppenausstellung „How Long Is Now?“, die sich mit dem Problem der Zeitgenossenschaft auseinandersetzt, beeindruckt mit exzellenten Arbeiten. Ob die kuratorische Idee nun so ganz aufgeht, ist zwar zumindest fraglich. Ein Besuch lohnt sich aber allein schon für Michael Rakotwitzs Arbeit „The invisible Enemy Is Now“, die sich mit dem Raub von Kunstschätzen aus dem Archäologischen Museum in Bagdad beschäftigt, und für die wundervollen „Self Portraits“ von Philipp Ackermann irgendwo zwischen Expressionismus und Guiseppe Arcimboldo. Alles in allem genau das Richtige für einen winterlichen Kunstausflug.

KINDL Zentrum für zeitgenössische Kunst Am Sudhaus 2, Neukölln, Mi–So 12–18 Uhr, 24.+25.12., 1.1. zu „Eberhard Havekost: Inhalt“ und „How Long Is Now?“ bis 19.2.17

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