Kino & Stream

1. Israel Film Festival in Berlin

Daniel SivanIn Nadav Lapids „Ha-shoter“ („Policeman“) steht ein Mann im Mittelpunkt, der als Terrorbekämpfer gewissermaßen an der vordersten Front der israelischen Gesellschaft steht. Als er auf eine Gruppe radikaler Jugendlicher trifft, bekommt er auch einen anderen Aspekt in den Blick: die Armutsfrage. Wer lebt wie in Israel? Diese Frage steht natürlich im Mittelpunkt fast aller Filme beim Israel Film Festival, das mit „Ha-shoter“ eröffnet. Das Thema Sicherheit wird in „Poisoned“ satirisch (und schockierend) überhöht; der Dokumentarfilm „War Matador“ macht aber auch die eigentümliche Faszination der Gefahr zum Thema – der Blick von außen in den Gazastreifen wird hier touristisch vermarktet. In „Testimony“ von Shlomi Elkabetz wiederum geht es ausdrücklich darum, auch Palästinenser zu erzählmächtigen Subjekten werden zu lassen.

Das diesjährige Programm enthält keineswegs nur aktuelle Beiträge, es finden sich auch Filme, die in Deutschland schon im Kino liefen („Close to Home“), und eine ganze Reihe von Specials (neben Lior Shamriz noch Anat Even und Dan Wolman). Die Retrospektive präsentiert den 1993 verstorbenen Regisseur Amos Guttman, der seine schwule Identität in teils schmerzhaft persönlichen Filmen öffentlich gemacht hat. „Amazing Grace“ entstand nicht zuletzt unter dem Eindruck von Aids, der Krankheit, an der Guttman starb.

Text: Bernd Rebhandl

Israel Film Festival Berlin 2012 Do 18.10. bis So 21.10. im Moviemento; www.israelfilmfestivalberlin.de Filme von Lior Shamriz: „Japan, Japan“, Fr 19.10., 18.15 Uhr; „Saturn Returns“, Sa 20.10., 18.15 Uhr; „A Low Life Mythology“, So 21.10., 18.15 Uhr

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