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„20 Feet from Stardom“ im Kino

20 Feet from Stardom

Musikdokumentationen über Leute, die kaum jemand kennt, haben Konjunktur im Kino. Weil es eben auch nicht bedeutet, dass man sie nicht unbedingt mal kennenlernen sollte: So wurde der faszinierende amerikanische Sänger Rodriguez in „Searching for Sugarman“ kürzlich wieder ausgegraben und den Funk Brothers, die auf unzähligen Soulplatten den Ton angaben, in „Standing in the Shadows of Motown“ die Reverenz erwiesen. Nun also geht es um Backgroundsänger und -sängerinnen: „20 Feet from Stardom“ porträtiert von den 1960er-Jahren bis in unsere Tage jene exzellenten Musiker, die den Sound moderner Pop- und Rockmusik entscheidend mitprägten – ohne dass sie selbst dadurch zu Stars avancierten. Namen wie Merry Clayton oder Lisa Fischer kennt bis heute kaum jemand, und Darlene Love erlangte ihren Star-Status erst, als sie sich aus den geschäftlichen Fängen Phil Spectors befreien konnte. Regisseur Morgan Neville gelingt es, in seinen Porträts die Frage, was der möglichen Solokarriere eigentlich im Weg stand, immer wieder neu und auf vielfältige Weise zu beantworten: nicht genug Ego, kein Sinn für Business-Belange, nicht genug Unterstützung der Plattenfirma. Was bleibt, sind gute Musik und Menschen, die überwiegend mit ihrem Schicksal gar nicht so unglücklich sind.

Text: Lars Penning

Foto: Weltkino

tip-Bewertung: Sehenswert

Orte und Zeiten: „20 Feet from Stardom“ im Kino in Berlin

20 Feet from Stardom?, USA 2013; Regie: Morgan Neville; 91 Minuten; FSK 0

Kinostart: 24. April

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