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„3 Herzen“ im Kino

Dreiecksgeschichten werden gerne als Komödien inszeniert. Benoоt Jacquot aber – eben noch auf der Berlinale mit der eher biedermeierlichen Roman-Adaption „Tagebuch einer Kammerzofe“ vertreten – stellt sich mit „3 Herzen“ dem Ernst der Situation. Marc und Sylvie gehen eine Nacht lang miteinander spazieren und verlieben sich ineinander, dann jedoch verlieren sie sich aus den Augen. Das Leben geht weiter. Marc lernt Sophie kennen, verliebt sich, will heiraten. Sophie ist Sylvies Schwester. Eine ganze Weile lang aber bekommen weder Marc noch Sylvie mit, dass sie über Sophie wieder miteinander verbunden sind. Und als sie es herausfinden, kommt keine Freude auf.
Jacquot setzt die Irrungen des Herzens als echtes Unglück in Szene. Er zeigt das ganze Elend von Lüge und (Selbst-)Betrug, das folgt, wenn die Karten nicht mehr auf den Tisch gelegt werden können, weil das Geheimnis sich bereits festgesetzt hat in den Beziehungen. Unter der Oberfläche tobt es, äußerlich bleibt es ruhig, Blicke vermeiden einander, körperliches Begehren sucht Zuflucht in Ausweichmanövern, das Mobiltelefon kommt zu üblich un­seligen Einsätzen. Mit fließender Eleganz nimmt die Tragödie – über die Maßen eindringlich gespielt von Poelvoorde, Gainsbourg und Mastroianni – ihren Lauf.       

Text: Alexandra seitz

Foto: ThierryValletoux_WildBunchGermany_130mm

Orte und Zeiten: 3 Herzen

3 Coeurs (OT) F/D/Belgien 2014; R: Benoоt Jacquot; D: Benoоt Poelvoorde (Marc), Charlotte Gainsbourg (Sylvie), Chiara Mastroianni (Sophie), Catherine Deneuve (Madame Berger); 104 Min.

Kinostart: Do, 19. März 2015  

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