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„Whores\ Glory“ in der tip-Preview

Whore's Glory

Die Frauen sitzen hinter Glas, tragen Nummern, und vor der Scheibe stehen die Männer und besprechen gelassen das Angebot: Mit dieser Szene aus Bangkok zeigt der österreichische Filmemacher Michael Glawogger („Megacities“, „Workingman’s Death“) nicht unbedingt die ruhmreichen Aspekte des Lebens von Prostituierten. Aber der Titel seines neuen Dokumentarfilms „Whores‘ Glory“ (Kinostart: 29.9.), der am Mi 7.9. im tip-Jour Fixe im Kino Hackesche Höfe zu sehen ist, ist auch ein literarisches Zitat und keine Feststellung. Glawogger, der schon lange ein Buch des US-Autors William T. Vollman verfilmen möchte, bezieht sich auf dessen „Whores for Gloria“. Wer in den beiden Werken eine männliche Verklärung der sexuellen Ausbeutung von Frauen sehen möchte, wird dafür Indizien finden. Aber in „Whores‘ Glory“ gibt es eben auch eine Menge ungeschönte Einblicke in die sozialen Realitäten von Ländern wie Bangkok, Mexiko oder Bangladesch, wo eine Prostituierte ihren Körper für Allah heilig halten möchte, obwohl sie ihn täglich verkaufen muss.

Text: Bert Rebhandl

Foto: Delphi Filmverleih

TIP-Preview: Whores‘ Glory, Mi 7.9, 20 Uhr, Hackesche Höfe

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