Drama

„5 Frauen“ im Kino

Weichgespült doof: „5 Frauen“ in einer missratenen Inszenierung

Foto: Weltkino

Manchmal gibt es Filme, die einen mit Nachdruck daran erinnern, wie komplex das Filmemachen tatsächlich ist. Und wie leicht es schiefgehen kann. Alle wichtigen Komponenten eines Films trügen mit 50 Prozent zu dessen Gelingen oder Missraten bei, hat der französische Regisseur Jean-Pierre Melville einmal gesagt: das Skript, die Schauspielerführung, die Kamera, die Dialoge, der Schnitt. Legt man diesen Maßstab an, dann liegt das deutsche Psychodrama „5 Frauen“ von ­Beginn an mit rund 200 Prozent im Minus.
Dass da etwas nicht stimmt, wird bereits klar, wenn in dem Film um eine Gruppe von Mittdreißigerinnen, deren Wochenende in einem französischen Landhaus aus dem Ruder läuft, zum ersten Mal jemand den Mund aufmacht. Die von Regisseur Olaf Kraemer selbst verfassten Dialoge sind bestenfalls unfreiwillig komisch und werden von den armen Schauspielerinnen zu Bildern, die auch einen Sommerfrische-Weichspüler anpreisen könnten, mit der ungefähren Überzeugungskraft von Automaten dargeboten.
Da hätte es der hanebüchenen Plotkonstruktion um einen im Drogenrausch erschlagenen Einbrecher und die Konfrontation mit dessen ebenso kriminellem Kumpan am nächsten Tag eigentlich schon gar nicht mehr bedurft. Und nein, die Frage, wer hier wen warum erotisch findet und welche klischeebeladenen Frauen- und Männerbilder dahinterstehen, möchte man erst gar nicht erkunden. Das Schlimmste daran: „5 Frauen“ ist einfach nur doof und hat noch nicht einmal das Zeug zu einem Trashklassiker in spe.

5 Frauen D 2016, 98 Min., R: Olaf Kraemer, D: Anna König, Odine Johne, Kaya Marie Möller, Start: 4.5.

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