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5. Pornfilmfestival in Berlin

Juergen_Brueningtip: Herr Brüning, im Katalog des 5. Pornfilmfestivals gibt es zur Orientierung Buchstaben hinter den Filmtiteln – unter anderem um auf die sexuelle Ausrichtung hinzuweisen. Ist das auch eine Maßnahme, um ein potentielles Publikum von Hetero-Männern nicht mit Queer-Filmen zu verschrecken??

Jürgen Brüning: Ich denke, Hetero-Männer sind das schwierigste Publikum. Die kommen gar nicht erst zum Festival. Da sind Schwule, Lesben und heterosexuelle Frauen viel offener.

tip: Hat sich denn das Festival seit der ersten Ausgabe 2006 weiter dem nicht-queeren Publikum geöffnet??

Brüning: Ich würde sowieso sagen, dass die Hälfte des Publikums heterosexuell ist und laut einer Statistik im vergangenen Jahr – und da waren wir ganz glücklich – stammten 40 Prozent der gezeigten Filme von Frauen. Der Anteil von queeren Filmen im Programm ist aber natürlich groß, was auch daran liegt, dass nur einer von den vier Leuten, die die Filme aussuchen, heterosexuell ist und die anderen lesbisch und schwul.

tip: Ist die Mischung von Explizitsex auf der Leinwand und der öffentlichen Aufführungssituation für das Publikum nicht nach wie vor eine Herausforderung??

Brüning: Was wir gelernt haben: Es ist schon schwierig, sich einen 100 Minuten langen Porno im Kino anzuschauen. Im Mainstream zieht sich eine Sexszene über 20 Minuten und es passiert eigentlich nichts anderes. Bei uns könnten die Leute natürlich cruisen, aber das macht ja keiner.

Interview: Sascha Rettig

Pornfilmfestival 28. bis 31. Oktober, Moviemento, www.pornfilmfestivalberlin.de

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