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tip-Preview: „Police, Adjective“

Police, Adjective

Der Polizist Cristi ist mit einer Beschattungsaktion betraut. Er folgt einem Schüler quer durch das rumänische Vaslui, hebt dessen weggeworfene Zigarettenstummel auf, riecht daran und sieht aus sicherer Distanz zu, wenn sein Fahndungsobjekt ahnungslos einen Joint raucht. „Police, Adjective“ (Kinostart: 12.1.) von Corneliu Porumboiu ist registrierendes Kino in Reinkultur, das Geschehen vor der Kamera wirkt so natürlich, dass umso mehr ins Auge fällt, wie außergewöhnlich präzise gestaltet diese weitere herausragende Arbeit des jungen rumänischen Films ist. Deutlich sieht Porumboiu im postkommunistischen Rumänien eine Kontinuität des Überwachungsstaats. Er entwirft dazu eine radikale Gegenposition: eine Ethik und Ästhetik der Beobachtung, die ein hohes Maß an Analyse voraussetzt und diese dann in der Form des Films so zum Verschwinden bringt, dass nur konkrete Umstände ersichtlich werden, aufgrund derer ein Individuum eine Entscheidung treffen muss.

Text: Bert Rebhandl

Foto: Peripher Film

tip-Preview „Police, Adjective“, Hackesche Höfe, Mi 4.1., 20 Uhr. Karten gibt es an der Abendkasse.

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