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„72 Stunden – The Next Three Days“ im Kino

72StundenEben noch hat sich die Frau des Lehrers John Brennan (Russell Crowe) beim Abendessen über ihre blöde Chefin beschwert, da stürmt auch schon die Polizei ins Haus. Verhaftung wegen Mordverdachts, Verurteilung in einem Indizienprozess, Revision verworfen: lebenslänglich. Das Spannende an diesem Thriller über eine Befreiungsaktion durch ihren Gatten liegt darin, dass hier nun keineswegs ein Supermann zu Werke geht, sondern ein eher unbedarfter und nervöser Typ, der erst einmal im Internet nachsehen muss, wie man einen Ausbruch aus einem Gefängnis eigentlich am besten angeht.
Auch dass Brennan zusehends rücksichtsloser in seinen Bemühungen wird und letztlich gar nicht mehr sonderlich sympathisch wirkt, ist eher ungewöhnlich und durchaus interessant. Problematisch wird das alles erst, als es tatsächlich um den Ausbruch geht: Da entwickelt der Lehrer dann eben doch einen klugen Plan und führt die Polizei gerade mit seiner vermeintlichen Naivität an der Nase herum. Und plötzlich bekommt man bei aller oberflächlichen Unterhaltsamkeit der Unternehmung das Gefühl, ein wenig beschummelt worden zu sein.

Text: Lars Penning

tip-Bewertung: Annehmbar

Orte und Zeiten: „72 Stunden – The Next Three Days“ im Kino in Berlin

The Next Three Days USA 2010; Regie: Paul Haggis; Darsteller: Russell Crowe (John Brennan), Elizabeth Banks (Lara Brennan), Brian Dennehy (George Brennan); 133 Minuten; FSK k.A.;

Kinostart: 20. Januar

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