Dokumentarfilm

A Skin So Soft

Über den Körper als Wunschobjekt: „A Skin So Soft“

Foto: Arsenal – Institut für Film- und Videokunst

Die hohe Kunst der körperlichen Optimierung steht im Mittelpunkt von Denis Côtés Dokumentarfilm „A Skin so Soft“ („Ta peau si lisse“). Sechs kanadische Männer, in deren Leben es vorwiegend darum geht, Muskeln aufzubauen und zu definieren. 1977 gab es schon einmal einen Film, der sich mit dieser Kultur beschäftigte: „Pumping Iron“ hatte das Glück, dass der spätere Superstar Arnold Schwarzenegger darin auftauchte.

Côté hingegen ist an anderen Aspekten als dem Starkult interessiert. Er beobachtet zuerst einmal dieses nie endende Regime des Muskelaufbaus, aus dem die aufgepumpten Körper hervorgehen. Es hat beinahe etwas Meditatives, wie hier in sichtbare Kraft investiert wird, es ist aber eine Meditation nicht zuletzt der schmerzhaften Art. Viel Dialog gibt es nicht, allerdings gibt es ab und zu ein markantes Zwiegespräch, zum Beispiel eine Art Bekehrungsversuch eines jungen Mannes, der seine Freundin für sein Metier gewinnen möchte. Und einmal gibt es ein großfamiliäres Essen bei einem Mann mit chinesischem Migrationshintergrund.

Das sind aber soziale Ausnahmen in einem Film, der insgesamt selbst sehr stark auf die skulpturale Anmutung setzt, die auch im Mittelpunkt des Bodybuildings steht: „A Skin so Soft“ ist sicher auch ein Dokumentarfilm, aus dem man eine Menge Neues erfährt (wenn man sich für Wrestling interessiert oder Ähnliches). Vor allem aber bietet Côté eine Betrachtung über ein extremes Körperverhältnis, in dem sich wohl doch so etwas wie ein allgemeiner Zug unserer Zeit spiegelt. Darüber kann man nach dem Film prächtig diskutieren.

„Ta peau si lissé“, CAN 2017, 85 Min., R: Denis Côté, Start: 2.8.

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