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Im Kino: „Terminator – Die Erlösung“

Terminator - Die Erlösung

Die Terminator-Saga war eine der großen popkulturellen Erzählungen der Achtziger und Neunziger Jahre. Wie in allen Mythen ging es in ihr um Grundsätzliches: um Schicksal und Selbstbestimmung, um Fatalismus und Freiheit, um Mensch und Maschine. Einen guten Teil ihrer Faszination bezogen die Filme aus dem Umstand, dass alles, was ihre Helden erleiden mussten, in Stellvertretung einer größeren Auseinandersetzung geschah: dem Kampf der Menschheit gegen die Maschinen nach der Apokalypse. Etwas, das erst in ferner Zukunft geschieht oder nicht geschieht, lenkt das Leben einiger Menschen bereits im Hier und Jetzt.
Terminator - Die ErlösungDieser Krieg selbst wurde freilich immer nur in Ausschnitten gezeigt. James Cameron hatte 1984 für „Terminator“ die gewiefte Idee, einen Großteil seines begrenzten Budgets schon in den tricktechnisch aufwändigen Anfangsszenen zu verpulvern, um in den Zuschauern die Erwartung zu wecken, dass es gegen Ende des Films mehr davon geben würde. Gab es aber nicht. Statt dessen durfte man im Folgenden einen damals weitgehend unbekannten Darsteller namens Arnold Schwarzenegger bestaunen, dessen Erscheinung weitaus beeindruckender (und günstiger zu bekommen) war als alle Spezialeffekte.
„Terminator – Die Erlösung“ nun ist der erste Film der Serie, der in der Endzeit angesiedelt ist, was mindestens zwei Konsequenzen hat. Erstens: Außer dem bekannten, unbeirrbar vorwärts marschierenden T-800-Modell wird dieser Krieg von fliegenden, schwimmenden, Motorrad fahrenden und einigen haushohen Robotern mit Greifarmen geführt. Es geht, kurz gesagt, viel mehr zu Bruch. Zum anderen fällt die Zeitschlaufe weg. Was passiert, passiert jetzt. Dadurch erledigen sich die meisten der Zeitparadoxien, an denen die anderen Filme sich abarbeiteten, wie von selbst. Hier geht es weniger um hohe Metaphysik, als um die simplen Gesetze der Physik selbst. Darum, wie Sand auf Stahl einwirkt, Feuer auf Metall, Kugeln auf Körper. Oder, in den anschaulichen Worten des Pressehefts: Darum, wie ein Material verschiedene Stadien des Verschleißes durchlaufen kann: „sauber, zerrissen, in Fetzen, verfilzt, angekokelt, durchschossen und so weiter“.

Text: Dietmar Kammerer

Fotos: Sony Pictures

tip-Bewertung: Annehmbar

Orte und Zeiten: „Terminator – Die Erlösung“ im Kino in Berlin

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Terminator – Die Erlösung (Terminator Salvation: The Future Begins), USA 2009; Regie: McG; Darsteller: Christian Bale (John Connor), Sam Worthington (Marcus Wright), Anton Yelchin (Kyle Reese); Farbe, 115 Minuten

Kinostart: 4. Juni 2009

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