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„Aber das Leben geht weiter“ im Kino

Aber_das_Leben_geht_weiterDas gegenseitige Verständnis von Menschen mit gleichen Erfahrungshorizonten könne nie ernsthaft durch unterschiedliche Nationalitäten getrübt werden, sagte Jean Renoir einmal sinngemäß. Daran kann man beim Ansehen der Doku von Karin Kaper und Dirk Szuszies denken, die für ihre Geschichte einer deutsch-polnischen Versöhnung einen sehr persönlichen Ansatzpunkt gewählt haben: Karin Kapers Mutter Ilse und deren Schwester Herta lebten einst auf einem Bauernhof nahe Görlitz in Niederschlesien, von dem sie 1946 vertrieben wurden. Den Hof bewirtschaftet seitdem die polnische Bauerntochter Edwarda Zukowska, die ihrerseits von den Russen aus Ostpolen vertrieben worden war. Anlässlich eines Besuchs von Ilse und Herta bei Edwarda erzählen die Frauen ihre bewegten Lebensgeschichten, der vergleichbare Lebenshintergrund erleichtert das Verständnis füreinander. Probleme werden dabei allerdings komplett ausgeklammert: Es ist doch einfacher, sich mit der eigenen netten Mutter auseinanderzusetzen, als mit Erika Steinbach und ihren Berufsvertriebenen.

Text: Lars Penning

tip-Bewertung: Annehmbar

Orte und Zeiten: „Aber das Leben geht weiter“ im Kino in Berlin

Aber das Leben geht weiter Deutschland 2011; Regie: Karin Kaper, Dirk Szuszies; 109 Minuten; FSK 12

Kinostart: 19. Mai

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