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Abfilmer erstmals zu Haftstrafe verurteilt

Der Kautions-CopEin arbeitsloser Mann aus London, der in einem Kino mit seinem iPhone Filme aufzeichnete und diese anschließend ins Internet stellte, wurde zu einer Haftstrafe von sechs Monaten verurteilt. Laut Federation Against Copyright Theft (FACT) handelt es sich dabei um die erste Haftstrafe in einem derart gelagerten Fall. „In manchen Kreisen, insbesondere unter jungen Leuten, wird Abfilmen in Kinos als harmloser Spaß betrachtet. Das ist es aber nicht. Das ist vorsätzlicher Betrug an den Studios und der Filmindustrie“, stellte Richter John Anderson am Harrow Crown Court fest. Die Verteidigung des 22-jährigen Angeklagten versuchte das Vergehen mit der Amateurhaftigkeit des Ergebnisses zu relativieren: Die Aufnahmen seien verwackelt, der Angeklagte habe während des Abfilmens gegessen und getrunken und streckenweise sei nur die Decke des Kinos im Bild gewesen. Die Klägerseite dagegen – die Motion Picture Association of America (MPAA) und FACT waren dem Abfilmer auf die Schliche gekommen – bezeichneten den Verlust für die Filmindustrie, der durch ein solches Vergehen entstehe, als substanziell: Alleine die britische Filmindustrie verliere durch Raubkopien schätzungsweise eine halbe Milliarde Pfund.
Der nun verteilte junge Mann wurde am 17. März in einem Kino im Londoner Stadtteil Harrow dabei erwischt, wie er „Der Kautions-Cop“ (Foto) filmte. Zuvor hatte er u. a. „Alice im Wunderland“ abgefilmt und ins Netz gestellt. Diese Kopie konnte anhand eines versteckten Codes dem Kino in Harrow zugeordnet werden.

Quelle: VideoMarkt

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