Romantisches Drama

Grenzenlos

Ein prätentiöses Liebesdrama von Wim Wenders: „Grenzenlos“

Foto: Submergence

Früher einmal hat Wim Wenders schöne Filme gedreht. Viele von ihnen beleuchten das eigene Medium und funktionieren dabei auf einer Meta­ebene: dass sie etwas erzählen und dass die zu erzählende Geschichte erst noch gesucht werden muss.
In den letzten Jahren hat Wenders jedoch ein Sendungsbewusstsein in sich entdeckt, das ihn dazu führt, dem Publikum unbedingt etwas Wichtiges zu Themen wie Umweltschutz und Gesellschaftspolitik mitteilen zu wollen. Doch das banal Eindeutige verträgt sich schlecht mit den alten Inszenierungsstrategien. Und das klassisch emotionale Erzählkino ist eben nicht die Stärke von Wim Wenders. So landet der Regisseur mit einem Film wie „Grenzenlos“ (OT: „Submergence“) zwischen allen Stühlen.

Der Film nach einem Roman von Jonathan M. Ledgard behauptet eine intensive Liebesgeschichte zweier Figuren, die sich nur am Anfang in einem Hotel in der Normandie kurz treffen: Die Biomathematikerin Danny (Alicia Vikander) wird demnächst bei einer U-Boot-Tiefseeexpedition dem Ursprung des Lebens nachforschen; der schottische Agent James (James McAvoy), der ihr seine wahre Identität lieber verschweigt, taucht hingegen in die Abgründe des islamistischen Terrors in Somalia ein. Als er dabei gefangengenommen wird und Danny nichts mehr von ihm hört, sieht man die Erlebnisse der Liebenden in der Folge als zwei parallele Filme: mit vielen Metaphern, schönen Bildern und einer prätentiös daherkommenden Wichtigkeit, die das Thema nicht hergibt.

Submergence (OT), USA 2017, 112 Min., R: Wim Wenders, D: James McAvoy, Alicia Vikander, Alexander Siddig, Celyn Jones, Start: 2.8.

Mehr über Cookies erfahren