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„About the Soul and Other Small Things“ im Kino

About the Soul and Other Small Things

Bulgarien fasziniert Kornel Miglus, den in Berlin lebenden Regisseur und Kurator des Festivals „Film Polska“. In „Bulgaria D.C.“ fragte er, was der kehlige Frauengesang des Landstrichs nahe Griechenland bewirken würde, wenn man ihn Astronauten auf ihrer Umlaufbahn zu Gehör brächte. Sein dokumentarisches Roadmovie „About the Soul and Other Small Things“ erkundet nun im einsamen Rhodopen-Gebirge, was es mit dem mysteriösen Übergang vom Leben zum Tod auf sich hat. Ein Freund von Miglus war zuvor durch einen Unfall aus dem Leben gerissen worden, dies ist der traurige Anlass für diese Unternehmung.
Mit einer verschlossenen jungen Polin und ihrer Übersetzerin macht er sich auf den Trip, Trauerlieder zu finden, Bäuerinnen zum Singen zu animieren, Totenbräuche kennenzulernen. Doch sein Film bleibt ratlos, allzu privat, ohne Trost, bisweilen kurios: Dörflerinnen zieren sich zu singen, weil eine vorgeschriebene Trauerperiode währt, eine Frau bekräftigt ihre visionären Begegnungen mit Toten, eine andere trägt stolz die Totenrede vor, die sie auf sich selbst verfasste. Das Resümee bleibt offen. Vielleicht zieht es der greise Mufti, der – seine diesseitige Armut vor Augen – lakonisch bemerkt: „Wer glaubt, wird im­mer satt.“

Text: Claudia Lenssen

Foto: Vacant Filmpool

tip-Bewertung: Annehmbar

Orte und Zeiten: „About the Soul and Other Small Things“ im Kino in Berlin

About the Soul and Other Small Things, Polen/Deutschland/Bulgarien 2011; Regie: Kornel Miglus; 80 Minuten; FSK k.A.

Kinostart: 24. November

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