Kino & Stream

„Abwerts“ von Bert Rebhandl

Bert Rebhandl
„Das Kino ist nicht wertig genug““, so lautet das Fazit einer Studie, die von der FilmFörderungsAnstalt (FFA) veröffentlicht wurde. Ein komisches Wort ist das, als wäre das schöne Wort vollwertig halb ausgeleert, und nun ist es nur noch wertig. Die Tendenz in der Studie weist deutlich in eine Richtung: Junge Leute haben volle Tage, das Kino muss darin mit einer Menge anderer Sachen konkurrieren, und von diesen sind einige „wertiger“. Also wohl: positiver besetzt. Muss man ja nur „Fack Ju Göhte 2“ schauen, und man weiß, dass Smartphone und Youtube die neuen Medien sind, das Kino kann sich das Prädikat „Besonders wertvoll“ auf den Vorhang schreiben. Die Branche tappt ein bisschen im Dunklen, wie man die Zielgruppen unter 40, oder gar unter 30, wieder stärker an das soziale Ritual des Kinobesuchs heranführt. Generell lässt sich da gar nichts sagen, zu unterschiedlich sind die Voraussetzungen. In den Multiplexxen laufen zunehmend austausch­ba­re Blockbuster, das Publikum wird mit fragwürdigster Kulinarik versorgt, in der Hoffnung, dass zwischen Sugar Rush und Mais­blähungen das dürftige 3D niemandem ins Auge fällt. In den Kinos für die Erwachsenen läuft zu viel Feelgood-Ware, die Arthouse-Verleiher setzen auf gediegene Ware. Die Kinobetreiber hängen von den Verleihern ab, unterhalb der im Verband organisierten Betreiber organisiert sich eine neue Kinokultur. Spannende Zeiten, nur halt nicht leicht auf einen wertigen Nenner zu bringen.

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