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Adam Sandler in „Wie das Leben so spielt“ im Kino

Mit „Funny People„, seiner dritten Regiearbeit (nach „The 40 Year Old Virgin“ und „Knocked Up“), zieht Judd Apatow, als Autor und Produzent die zentrale Figur der amerikanischen Komödienlandschaft der letzten Jahre, eine Art Zwischenresümee: „Funny People“ (Wie das Leben so spielt) ist eine Reflexion über Stand-up, Internet-Humor, High-Concept-Ko­mödien, den Ernst des Lebens und den Preis des Ruhms.
Wie in allen seinen Filmen organisiert sich auch „Funny People“ über eine Beziehung zwischen Männern. George Simmons (gespielt von Adam Sandler) hat mit kinderfreundlichen Komödien im Stil von Adam Sandler in Hollywood ein Vermögen gemacht. Als einstiger Stand-up-Comedian ist er ein Star geworden. Doch als ihm eine unheilbare Krankheit attestiert wird, erkennt er seine emotionale Isolation. Als Pointenschreiber und persönlichen As­sistenten engagiert er daraufhin Ira (Seth Rogen), der selbst versucht, als Stand-up in das Comedy-Geschäft einzusteigen.
„Funny People“ handelt von der Beziehung der beiden und von ihrem Umfeld angehender und arrivierter Komiker. George und Ira befinden sich ständig auf dem Weg zu einer Freundschaft unter Erwachsenen, kommen dort aber nie an, was, so Apatows Diagnose, am parasitären Wesen der (infantilen) Komik liegt und den mal latenten, mal expliziten Macht- und Konkurrenzverhältnissen, die durch sie formuliert, aber nicht aufgelöst werden.
Apatow unterwirft seine Er­zäh­lung dabei nicht einer um Konflikte organisierten Dramaturgie, in der es um Aufeinander­pral­len von Spannungen und deren schließliche Bereinigung gehen würde. In fast zweieinhalb Stunden streut der Film seine präzisen Beobachtungen über das Nichterwachsenwerden in einem großzügigen, aber nie zugespitztem Realismus, umgeht (wie seine Protagonisten) bisweilen umständlich dieses Aufeinanderprallen und agiert seine Spannungen durch die unterschiedliche Einfärbung der unzähligen (und großartigen!) Penis-Witze aus.
Seth Rogen gibt dabei mannschaftsdienlich seine Paraderolle als leicht überforderter und durchsetzungsschwacher Buddy, der den um ihn herum agierenden Darstellern (Jason Schwartzman und Jonah Hill) zu brillanten Auftritten verhilft. Vor allem aber gibt er Adam Sandler die Gelegenheit, eine seiner besten Leistungen abzuliefern. Sandlers Darstellung des mal wehleidig winzigen, mal aggressiv auftrumpfenden, mal schüchtern nuschelnden, zynischen Komikers in der Krise muss man gesehen haben.

Text: Michael Baute

tip-Bewertung: Sehenswert

Orte und Zeiten: „Wie das Leben so spielt“ im Kino in Berlin

Wie das Leben so spielt (Funny People), USA 2009; Regie: Judd Apatow; Darsteller: Adam Sandler (George Simmons), Seth Rogen
(Ira Wright), Leslie Mann (Laura); Farbe, 140 Minuten

Kinostart: 17. September

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