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„Adиle und das Geheimnis des Pharaos“ im Kino

Adйle und das Geheimnis des Pharaos

Ein Flugsaurier, der mit Jahrmillionen Verspätung aus seinem Ei schlüpft, tapst durch den Botanischen Garten und bricht in Wiedersehensfreude aus, als er auf einer Zeichnung seine Artgenossen erkennt. Eine Szene aus dem neuen Film von Luc Besson, der ein weniger zuverlässiges Gedächtnis hat. An die Alben des Comicautors Jacques Tardi erinnert er sich jedenfalls nicht genau. Stattdessen führt er deren Heldin Adиle Blanc-Sec als weiblichen Indiana Jones ein. Zwar ist auch Tardis Adиle keine bloße Schreibtischabenteurerin. Aber die unerschrockene Journalistin muss der Gefahr nicht hinterherreisen, sondern tritt ihr auf den Straßen von Paris entgegen. Der ironische Kniff von Tardis Alben besteht ja darin, dass dort eine Stadt, die sich in der Belle Йpoque noch als Metropole der Moderne feiern durfte, von archaischen und okkulten Mächten heimgesucht wird. Die schlaksige Louise Bourgoin spielt die schnippische Heldin zwar leidlich trocken. Aber sie würde noch souveräner wirken, wenn Besson sie nicht ausnahmslos mit Tölpeln umgeben hätte.

Text: Gerhard Midding

Foto: Magali Bragard

tip-Bewertung: Annehmbar

Orte und Zeiten: „Adйle und das Geheimnis des Pharaos“ im Kino in Berlin

Adйle und das Geheimnis des Pharaos (Les aventures extraordinaires d’Adиle Blanc-Sec), Frankreich 2010; Regie: Luc Besson; Darsteller: Louise Bourgoin (Adиle Blanc-Sec), Mathieu Amalric (Dieuleveult), Gilles Lellouche (Inspecteur Lйonce Caponi); 106 Minuten

Kinostart: 30. September

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