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„Ai Weiwei – The Fake Case“ im Kino

Ai Weiwei - The Fake Case

Eine durch Polizeigewalt verursachte Gehirnblutung, monatelange Einzelhaft, Hausarrest und andere Schikanen haben Ai Weiwei sichtlich erschöpft, aber nicht mundtot, sondern populärer gemacht. Reporter und Fotografen aus aller Welt umdrängen den chinesischen Bürgerrechtler bei jeder Gelegenheit. Nach „Ai Weiwei: Never Sorry“ (2012), dem umfassenden  Porträt eines unbeugsamen Mannes, der seine privilegierte Stellung als prominenter Künstler dazu nutzt, Missstände, Unrechts- und Willküraktionen in seiner Heimat per Twitter oder Performance anzuprangern, fokussiert diese Doku, die Ai im Privatleben, bei Interviews und bei Konfrontationen mit Staatsschützern zeigt, den Versuch der Behörden, Ai mittels eines fingierten Steuerschuldbescheides in Millionenhöhe materiell zu ruinieren und zu diskreditieren. Das schlug fehl, da Zehntausende Chinesen einen Großteil der vom Gericht bestimmten Kautionssumme spontan über Spenden aufbrachten.

Text: Ralph Umard

Foto: Mindjazz pictures

tip-Bewertung: Annehmbar

Orte und Zeiten: „Ai Weiwei – The Fake Case“ im Kino in Berlin

Ai Weiwei – The Fake Case?, Dänemark/China/Großbritannien 2013; Regie: Andreas Johnsen; ?89 Minuten; FSK 0

Kinostart: 8. Mai

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