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Akira Kurosawa-Retrospektive im Arsenal

Akira Kurosawa

Er hat Filme geschaffen, mit denen man aufwachsen und die man noch als Erwachsener verehren kann. Mit „Rashomon“ öffnete er 1951 beim Festival von Venedig dem Westen die Augen für die erzählerische Wucht und plastische Schönheit des japanischen Kinos. Kein Regisseur hat Gewalt und physische Aktion zu Augenblicken solch eindringlicher Dynamik geführt wie er, ohne dabei seinen Humanismus zu opfern. Auch die lyrische Seite seines Werks, etwa ein Film existenzieller Kontemplation wie „Ikiru“ (1952), erfüllt sich ganz in der sinnlichen Konkretion der Elemente und Gesten. In „Die sieben Samurai“ (1954) experimentierte er mit Zeitlupe, seit „Die verborgene Festung“ (1958) vollendete er die Verwendung des Cinemascope: „Yojimbo“ (1961) und „Zwischen Himmel und Hölle“ (1963) sind die schlagendsten Argumente, dass Scope in Schwarz-Weiß das schönste aller Filmformate ist. Es liegt etwas Blendendes, Verführerisches in seiner inszenatorischen Virtuosität – auf welches Erzählproblem hätte er nicht eine zwingende Lösung gefunden?

Text: Gerhard Midding

Akira Kurosawa, Retrospektive im Arsenal bis Mo 31. Oktober

www.arsenal-berlin.de

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