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Alice Dwyer im Gespräch

Alice Dwyer

tip Alice, Sie sind derzeit sowohl im Fernsehen als auch im Kino zu sehen. Gibt es da eigentlich noch wesentliche Unterschiede? Der RTL-Film „Starfighter – Sie wollten den Himmel erobern“ (wurde nach der GermanWings-Tragödie zunächst verschoben) hat sogar einen eigenen Trailer.
Alice Dwyer?“Starfighter“ hat mit Picco von Groote und Frederick Lau auch eine sehr unübliche Besetzung für einen Privatsender. Ich glaube, dass RTL da schon viel investiert, um in eine andere Richtung zu gehen. Ein bisschen weg von dem Stempel, den sie haben. Und da wird natürlich auch viel Werbung gemacht, um den Leuten das klarzumachen.

tip Und wie hat man es Ihnen „klargemacht“?
Alice Dwyer Dass ich zugesagt habe? Das Buch fand ich super. Und auch das Thema war für mich sehr spannend, über das ich wirklich kaum etwas wusste und das sehr erzählenswert ist, gerade auch für eine jüngere Generation. Außerdem hat Regisseur Miguel Alexandre ganz tolle Filme gemacht. Und natürlich die Besetzung. Als ich wusste, dass Freddie mitspielt, musste ich auch nicht mehr lange überlegen. Er ist wirklich einer der Besten, die wir haben. Würde ich einen Film drehen, würde ich auch Freddie besetzen.

tip Normalerweise gehen Sie zu Castings?
Alice Dwyer Bei „Starfighter“ und „Winnetous Sohn“ bin ich zu Castings gegangen. Das ist schon sinnvoll. Viele Leute sind an der Mitsprache beteiligt. Man muss sich in der Rolle beweisen. Oft geht es ?aber auch einfach um die Frage, wie Leute zusammenpassen. Manchmal versteht man sich zwar gut untereinander, aber es passt spielerisch einfach nicht.

tip Ist es Ihnen schon mal passiert, dass ein Regisseur angerufen hat und sagte: „Du hast die Rolle! Hier ist das Drehbuch“?
Alice Dwyer Vorletztes Jahr durfte ich mit Michael Verhoeven den Film „Let’s Go!“ drehen. Dafür musste ich nicht zum Casting gehen. Das habe ich damals beim besten Willen nicht verstanden, wie ich zu der Ehre kam, dass solch ein großartiger Regisseur mir einfach die Hauptrolle für seinen Film anbietet. Das ist schon ziemlich toll.

tip Doch selbst dann ist nicht garantiert, dass es gut läuft. Wollten Sie von einem Set auch schon mal fliehen?
Alice Dwyer Ich habe auch schon Filme gedreht, wo ich beim Arbeiten dachte: „Ahh, das habe ich mir anders vorgestellt, das hätte ich mal lieber gelassen.“ Bei der Anzahl an Filmen, die ich gedreht habe, ist das aber auch normal.

tip Wie lief es bei „Winnetous Sohn“?
Alice Dwyer „Winnetous Sohn“ hatte ein zauberhaftes Drehbuch. Es war auch das erste Mal, dass ich für einen Kinderfilm infrage kam.

tip Eine Überraschung für Sie?
Alice Dwyer Ja, total. Ich spiele da eine Mutter, und das war schon was. Ich erinnere mich, dass meine Agentin mich angerufen hat und lachend fragte: „Bist du bereit dazu?“ Da musste ich kurz schlucken, fand es aber eigentlich ganz großartig. Vor allem auch ein neues Rollenfach dazuzugewinnen. Ich möchte nicht in einer Schublade hängen bleiben.

tip Sie tragen schon Sorge für Ihre Figuren?
Alice Dwyer Ja, klar. Wenn ich sie mag. Das entsteht dann aus so einem Beschützerinstinkt. Da muss man ?dann aber auch aufpassen, was eigene Eitelkeit ist. Denn da ist es im Film genauso wie bei echten Menschen – einige sind einfach unsympathisch. Und das muss nicht immer zwingend etwas Schlechtes sein. Im ersten Moment möchte man aber nur das Beste für seine Figur.

Interview: Carolin Weidner

Foto: Harry Schnitger / tip

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