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Provokation

„Alipato – The Very Brief Life of an Ember“ im Kino

Sex mit einer Schwangeren auf dem Klo oder mit einer alten Oma in der Küche, grelle Happeningszenen, Leichen im Schutt, reichlich Kunstblut

Foto: Rapid Eye Movies
Foto: Rapid Eye Movies

Der philippinische Undergroundfilmer, Dichter und Musiker Khavn De La Cruz provoziert auch in seinem neuen Werk mit obszönen Darstellungen und Sprüchen und einer Collage chaotischer Episoden, Zwischentiteln, sozialkritischer Monologe, sowie Musiknummern. Der 1972 geborene Kreative hat mittlerweile wie besessen angeblich 49 Lang- und rund 100 Kurzfilme realisiert. Er ist inzwischen filmsprachlich versierter geworden, ignoriert aber noch immer konsequent produktionstechnische Konventionen und schuf ein Trash Movie im wahrsten Sinne des Wortes: „Alipato“ wurde hauptsächlich in Slumruinen und auf Müllhalden gedreht.

Der Film beginnt als Freakshow mit einer Bande krimineller Straßenkinder und Teenager in Metro-Manila. Dann treten sie 28 Jahre später als Erwachsene auf, streiten um eine verschwundene Geldbeute und werden einer nach dem anderen ermordet. Streckenweise gerät das Geschehen zur Nervenprobe, mit Über- oder Unterbelichtungen und überlangen, wackeligen Kameraeinstellungen. Gelungen hingegen wirkt eine Animationssequenz, die auch als Kurzfilm funktionieren würde. Und wirklich eindrücklich ist eine Episode im Schlachthaus, in dem ein Karaokeklub mit nackten Bargirls untergebracht ist. Ein beklemmendes, surreal anmutendes Setting, wo Schweine, aber auch Menschen abgeschlachtet werden.

Alipato PHI/D 2016, 87 Min., R: Khavn, D: Marti San Juan, Dido De La Paz, Robin Palmes, Khavn, Bing Austria, Start: 24.11.

Bewertungspunkte4

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