Kino & Stream

„Alki Alki“ im Kino

Alki Alki

Nach seinem Kinderfilm „Reuber“ wendet sich Axel Ranisch wieder der Erwachsenenwelt zu. Wobei die Erwachsenen in den Filmen des Berliners aus Lichtenberg stets damit hadern, sich aus dem Kindsein zu lösen. So ist es auch bei seinem verkappten Buddy-Film mit den Stammschauspielern Heiko Pinkowski und Peter Trabner. Hier ist es der idealistische Architekt Tobias (Pinkowski), der die Rolle als gutmütiger Familienpapa nur scheinbar gut ausfüllt. Jeden Abend beamt er sich per Bier und Wodka auf Kneipentour und wilde Partys und laviert sich tagsüber durch die Normalität. Ranisch verwendet den Kunstgriff, „Freund Alkohol“ sprichwörtlich mit Trabner als Saufkumpan zu besetzen: „Flasche“ ist überall dabei und lässt sich, für die Familie unsichtbar, auch am Tag nicht abschütteln. Der anfangs schräg-spaßige Erzählton wird zunehmend dunkler und auf seine eigene Weise schmerzhaft realistisch. Eine Balance, die der Film eindrucksvoll sicher hält.

Text: Ulrike Rechel

Foto: missingFILMs

Orte und Zeiten: „Alki Alki“ im Kino in Berlin

Alki Alki, Deutschland 2015; Regie: Axel Ranisch; Darsteller: Heiko Pinkowski (Tobias), Peter Trabner (Flasche), Christina Große (Anika); 102 Minuten

Kinostart: Do, 12. November 2015

Mehr über Cookies erfahren