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Vince Vaughn in „All inclusive“ im Kino


„It looks like a screensaver“, sagt Joey (gespielt von Kodrehbuchautor Jon Favreau), als die Reisegruppe im Südseeidyll von „Eden“ ankommt, einem paartherapeutischen Fantasialand, in dem durch Exerzitien, Cocktails und Sterneküche Ehen in Kurzurlaubsfrist gerettet werden sollen. Die vier amerikanischen Mittelstands­paare um die vierzig treten mit dem gängigen Problem-Portfolio an: Familien- oder Reproduktionsstress, ehelicher Grabenkrieg, Midlife-Crisis.
In seinem offensichtlichen Grauen davor, jene Nachdenklichkeit zuzulassen, die dem Thema angemessen wäre, kurvt der Film durch seinen handwerklich soliden und wohlbekannten Gagparcours. Dabei möchte er doch besonders clever sein: die synthetische Perfektion des Resorts, die überdrehte Psychoesoterik des Gurus Monsieur Marcel (Jean Reno) und der Beziehungsmanagementwahn des einzigen therapiewilligen Paares stellen sich zur satirischen Kulisse auf – vor der dann aber keine Farce gegeben wird, die irgendjemand wehtun könnte, sondern eine spätromantische Paarkomödie mit garantiertem Happy End. Aufregend wie ein Bildschirmschoner.

Text: Stella Donata Haag

tip-Bewertung: Uninteressant

„All inclusive“ (Couples Retreat), USA 2009; Regie: Peter Billingsley; Darsteller: Vince Vaughn (Dave), Jason Bateman (Jason), Faizon Love (Shane); Farbe, 114 Minuten

Kinostart: 5. November

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