Tragikomödie 

„Alles außer gewöhnlich“ im Kino

Bruno und Malik packen da an, wo andere wegschauen: bei der Fürsorge für Menschen mit schwerem Autismus

Prokino

Ungewohnt ernste Töne schlägt das sonst eher im komödiantischen Bereich erfolgreiche Autoren- und Regieduo Éric Toledano und Olivier Nakache („Ziemlich beste Freunde“) an. Ihre Protagonisten Bruno und Malik packen da an, wo andere wegschauen: bei der Fürsorge für Menschen mit schwerem Autismus. Die staatlichen Institutionen haben oft weder Zeit noch Geld noch den nötigen Personalschlüssel für solche Fälle. Bruno und Malik hingegen haben ein Netzwerk an Helfern aufgebaut, nebenbei bilden sie noch junge Menschen zu Pflegern aus. Und das wegen fehlender Genehmigungen oftmals am Rande der Legalität.

Ist diesem ernsten Thema mit den Mitteln des Unterhaltungsfilms überhaupt beizukommen? Mit Vincent Cassel und Reda Kateb punkten zwei Hauptdarsteller, denen man sogar die Gelassenheit in dem ganzen persönlichen und behördlichen Chaos abnimmt. Für die eher unterhaltsamen und komischen Szenen sorgen die jugendlichen Azubis und die scheiternden Dates von Bruno. Die Geschichte fußt auf wahren Begebenheiten, der Film setzt den idealistischen Streitern ein engagiertes Denkmal – und lässt einen am Ende doch etwas ratlos zurück. Was ja nicht schlecht ist.

Alles außer gewöhnlich F 2019, 114 Min., R: Olivier Nakache, Éric Toledano, D: Vincent Cassel, Reda Kateb, Hélène Vincent, Start: 5.12.

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