Drama

„Alles ist gut“ im Kino

Ein Klassentreffen, Musik, Alkohol. Janne ­(Aenne Schwarz, Foto) lernt Martin (Hans Löw) kennen. Und dann passiert das Unvorstellbare: Martin vergewaltigt sie.

Trima Film

Und was tut Janne in den kommenden Tagen? Nichts. Sie versucht, das Erlebte zu verdrängen, erzählt weder ihrem Freund Piet (Andreas Döhler) noch ihrer Mutter (Lina Wendel) davon. Denn sie will nicht, das eineinhalb Minuten hässlicher Sex ihr ­Leben bestimmen, auch weil Martin ihr neuer Kollege sein wird.

„Für mich ist Janne eine Figur, deren Eigenschaften ich von einigen Frauen meiner Generation gut kenne. Sie sind gebildet, aufgeklärt, gleichberechtigt und, ganz wichtig, unkompliziert. Sie gehören zu den Frauen, für die es ­außer Frage steht, alles können und erreichen zu dürfen, alles wollen zu sollen, sie empfinden sich in keiner Weise unterdrückt. Sich als schwaches Geschlecht zu sehen, wäre also selbstlimitierend und einfach das Gegenteil ihrer Lebenswirklichkeit in ihrem bürgerlich-liberalen, kinderlosen Umfeld.“ Das sagt Autorin und ­Regisseurin Eva Trobisch, Jahrgang 1983, über ihre Hauptfigur.

Geschickt und höchst glaubwürdig legt sie in ihrem beim Filmfest München preisgekrönten Langfilmdebüt unterschiedliche Figurenkonstellationen an, in denen es vornehmlich um Abhängigkeiten und Macht geht. Und sie schildert mit einer intensiven Beiläufigkeit, wie Janne, die doch so gerne die Kontrolle hat, genau diese allmählich verliert. Im Zentrum: die Burgschauspielerin Aenne Schwarz („Vor der Morgenröte“) und ihr nuanciertes Spiel. Ein eindrucksvolles Drama, das lange nachwirkt.

Alles ist gut D 2018. 93 Min., R: Eva Trobisch, D: Aenne Schwarz, Hans Löw, Andreas Döhler, Start: 27.9.

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