Abschiebekomödie

„Alles unter Kontrolle“ im Kino

Wenig komische Komödie über zwei Abschiebungs-Polizisten

Foto: Neue Visionen

Regisseur Philippe de Chauverons „Monsieur Claude und seine Töchter“ wurde 2014 auch dank des erfrischenden Umgangs mit dem Thema Rassismus zum Kinohit. In seinem neuen Film versucht de Chauveron erneut, ein politisches Thema humoristisch aufzufangen.

Grenzpolizist José ist gemeinsam mit seinem prolligen Kollegen Guy dafür zuständig, abgelehnte Asylbewerber zurück in ihr Heimatland zu eskortieren. Noch einen solchen Trip nach Afghanistan muss José hinter sich bringen, dann winkt die Beförderung in eine andere Abteilung. Doch Schützling Karzaoui erweist sich als ein flexibler Typ, der jede Chance nutzt, das Weite zu suchen. Nachdem das Flugzeug nach Kabul auf Malta notlanden muss und Karzaoui flüchten kann, beginnt eine turbulente Odyssee.

Die rasante, sehr französische Komödie hat ein großes Problem: Sie ist nicht komisch. Zwar ist es ganz amüsant, dem Schlitzohr Karzaoui bei seinem Treiben zuzusehen, aber die Regie verliert sich zunehmend in plumpen Gags und nerviger Hektik. Eine emotionale Teilnahme am Geschehen bleibt da genauso auf der Strecke wie die politische Botschaft: die Unmenschlichkeit von Abschiebungen. Was bleibt sind Machosprüche, viel Getöse und ein schaler Beigeschmack. Martin Schwarz

„Débarquement immédiat!“ (OT) F 2016, 87 Min., R: Philippe de Chauveron, D: Ary Abittan, Medi Sadoun, Cyril Lecomte, Slimane Dazi, Start: 20.4.

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