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„Almanya – Willkommen in Deutschland“ im Kino

AlmanYa_Willkommen_in_Deutschland„Deutschland? Da ist es doch so dreckig und kalt! Und: Sie beten einen ans Kreuz geschlagenen Menschen an!“ Keine Frage, Hüseyin Yilmaz‘ Familie zeigt wenig Begeisterung, als sie zu ihm in den Ruhrpott ziehen soll. Als „Gastarbeiter“ ist er 1964 dort gelandet, um für das deutsche Wirtschaftswunder zu schuften. 45 Jahre später hat sich seine Familie vorbildlich assimiliert. Bis sein sechsjähriger Enkel plötzlich die alles entscheidende Frage stellt: Bin ich Türke oder Deutscher? Eine gemeinsame Reise nach Ostanatolien soll die Familie ihren Wurzeln wieder näherbringen, hält Tragik aber auch Versöhnung bereit.

In mehreren Rückblicken erzählt Regisseurin Yasemin Samdereli den Werdegang der Familie als leichte Komödie. Sie wuchert mit Wortwitz und viel Situationskomik, findet einprägsame Bilder und Reportagenmaterial aus den Sechzigern, das den Begriff „Gastarbeiter“ gründlich klärt. „Almanya – Willkommen in Deutschland“ ist als Hommage gedacht an die Leistungen und den Mut ihrer Großväter. Dabei verliert Samdereli jedoch die Gegenwart aus dem Blick – deren Grautöne und das ausländerfeindliche Gebell alter Männer.

Text: Cristina Moles Kaupp

tip-Bewertung: Sehenswert

Orte und Zeiten: Almanya – Willkommen in Deutschland im Kino in Berlin

Almanya – Willkommen in Deutschland Deutschland 2010; Regie: Yasemin Samdereli; Darsteller: Vedat Erincin (Hüseyin, alt), Fahri Ogün Yardim (Hüseyin, jung), Lilay Huser (Fatma, alt); 101 Minuten; FSK 6

Kinostart: 10. März

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