Literaturverfilmung 

„Als Hitler das rosa Kaninchen stahl“ im Kino

Caroline Links Adaption des 1971 ­erschienenen Buchklassikers, basierend auf der Kindheit der Autorin Judith Kerr

Frédéric Batier/Sommerhaus/Warner

Wie hat tip-Autorin Alexandra Seitz so schön über „Nebel im ­August“ geschrieben: Es gibt Filme, die werden „von ihrem Gegenstand quasi imprägniert“. Das gilt auch für die Adaption dieses Buchklassikers, ­erschienen 1971, basierend auf der Kindheit der Autorin Judith Kerr, Tochter des Theaterkritikers Alfred. Regie führte nun bei der ersten Kinoverfilmung Caroline Link.

1933. Kurz bevor die Nazis die Macht endgültig übernehmen ist der Journalist Arthur Kemper (Oliver Masucci) weitsichtig genug, als Hitler-Gegner das Land Richtung Schweiz zu verlassen. Seine neunjährige Tochter Anna (Riva Krymalowski), ihr älterer Bruder Max (Marinus Hohmann) und deren Mutter Doro­thea (Carla Juri) reisen nach. Nur ein Spielzeug darf Anna mitnehmen, so bleibt ein geliebtes Stofftier – ein rosa Kaninchen – in Berlin zurück. Der Weg führt die Familie Kemper weiter nach Paris und schließlich nach London – mit einschneidenden Erlebnissen.

Drei Parallelen zu „Der Junge muss an die frische Luft“, Caroline Links Kassenerfolg zu Weihnachten aus dem Vorjahr, sind auch beim „rosa Kaninchen“ zu konstatieren: Da ist Links sensibler Inszenierungsstil – sie kommt ohne üble Nazihorden aus und verharmlost dennoch nie die Gefahr –, da ist die Erzählperspektive aus der Sicht eines Kindes – was auch die recht idyllisch gezeichnete Schweiz erklärt, und da ist ein kleiner Leinwandstar. War das im Vorjahr noch Julius Weckauf als Hans-Peter, so ist es nun die elfjährige Riva Krymalowski, die einen als Anna mit ihrer Leinwandpräsenz und viel Charme in den Bann zieht.

Als Hitler das rosa Kaninchen stahl D 2019, 119 Min., R: Caroline Link, D: Riva Kryma­lowski, Oliver Masucci, Carla Juri, Justus von Dohnányi, Start: 25.12.

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