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Am Bundesplatz gibt es wieder Kino

Kino Bundesplatz

Noch ist das ehemalige Bundesplatz Studio eine Baustelle, der neue Tresen für das Foyer muss noch eingebaut werden, die Tonanlage liegt zur Installation bereit, die neuen Kinosessel kommen in den nächsten Tagen. Stichtag ist der 23. Oktober: Dann wird das Kiezkino von den neuen Betreibern – Martin Erlenmaier, Peter Latta und  Karlheinz Opitz – als Bundesplatz-Kino wiedereröffnet.

tip Herr Erlenmaier, was haben Sie beim Umbau verändert?
Martin Erlenmacher Eine der Hauptveränderungen ist, dass ein Cafй eingebaut wurde im Foyer-Bereich, der bislang eigentlich weitestgehend ungenutzt war. Unsere Idee ist, kommunikatives Kino zu machen, in dem man sich nach dem Kinobesuch noch weiter unterhalten kann – oder wenn Gäste zur Filmvorführung anwesend sind.

tip Und gibt es im Kinosaal die Tür neben der Leinwand noch?
Martin Erlenmacher Nein, da haben wir jetzt so eine Art Schleuse geschaffen. Es war uns wichtig, dass man einen ungestörten Kinobesuch haben kann. Auch eine neue Tonanlage wurde eingebaut und neue 35mm-Projektoren, weil wir auch viele Archivfilme zeigen wollen. Anders ging es auch gar nicht, denn es war nichts mehr drin im Kino, als wir es übernommen hatten. Natürlich hätten wir auch gern eine Möglichkeit zur digitalen Projektion, aber das ist eine finanzielle Frage.

tip Bislang haben Sie unter anderem in den Eva-Lichtspielen eine wöchentliche Reihe über deutsches Nachkriegskino zusammengestellt. Wird es am Bundesplatz ähnliche Reihen mit filmgeschichtlichen Schwerpunkten geben?
Martin Erlenmacher Diese Reihe werden wir dann in der Fortführung als „Deutsches Kino der 50er Jahre“ ins Bundesplatz-Kino mitnehmen.

tip Welches Profil soll denn das Programm darüber hinaus haben?
Martin Erlenmacher Wir zeigen Arthouse-Kino, keine Blockbuster-Peng-Bumm-Popcorn-Kinosachen. Wir haben ja auch nicht so eine Riesenleinwand, wo das unbedingt hinpasst. Außerdem gibt es am Wochenende ein Kinderprogramm und eine Matinee, bei der zunächst Berlin-Filme gezeigt werden. Insgesamt wollen wir ein Programm machen, das wir uns selber gern anschauen würden.

tip Hatten Sie keine Bedenken, ein Kiezkino zu einer Zeit zu übernehmen, in der viele dieser Kinos ums Überleben kämpfen?
Martin Erlenmacher Nein, wir wollen etwas dazu beitragen, dass nicht noch mehr Kiezkinos verschwinden – das hätte hier durchaus passieren können. Uns geht es auch um diese Kiez-Arbeit, u.a. mit der Initiative Bundesplatz. Am Platz soll mehr passieren, und dafür ist das Kino sehr wichtig. Wo ein Kino ist, da ist Leben. Die Leute sind, glaube ich, schon sehr gespannt und freuen sich, dass es weiter Kino gibt. Und wir machen es eigentlich nur schöner.

Interview: Sascha Rettig

Bundesplatz-Kino, Bundesplatz 14, Wilmersdorf

Wiedereröffnung am So 23.10., ab 15 Uhr

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