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„American Sniper“ im Kino

American Sniper

Die gespaltene amerikanische Gesellschaft liegt einmal mehr im ideologischen Streit: Ist „American Sniper“, Clint Eastwoods Werk um einen Scharfschützen im Irakkrieg, nun ein patriotischer Heldenakt, faktisch verlogener Bockmist oder lediglich ein interessantes menschlich-psychologisches Drama um einen Mann, der aus der Anspannungssituation des Krieges kaum mehr ins zivile Leben zurückfindet? Nun, aus der Ferne betrachtet kann man sagen: ein wenig von alledem, eine in ihrer unaufgeregten Schlichtheit perfekte Projektionsfläche für Ideologen aller Art. Abstrahiert man von der konkreten Situation, kommt der Film vor allem als moderner Western daher, in dem ein simpel gestrickter Patriot Kameraden beschützt, die von Horden gesichtsloser Fieslinge an Leib und Leben bedroht sind. Legendenbildung eben. Eastwood hat das spannend in Szene gesetzt, Bradley Cooper spielt beeindruckend – insofern ist „American Sniper“ solide, wenn auch irgendwie aus der Zeit gefallene Unterhaltung. Die aber gerade deshalb politisch ist, weil sie die komplexen Konflikte der Welt auf ein simples Gut-Böse-Schema reduziert.

Text: Lars Penning

Foto: 2014 Village Roadhsow Films (BVI) Limited, Warner Bros. Entertainment Inc. and Ratpac-Dune Entertainment LLC / Courtesy of Warner Bros. Pictures

Orte und Zeiten: „American Sniper“ im Kino in Berlin

American Sniper, USA 2014; Regie: Clint Eastwood; ?Darsteller: Bradley Cooper (Chris Kyle), Sienna Miller (Taya Renae Kyle), Luke Grimes (Marc Lee); 132 Min.

Kinostart: Do, 26. Februar 2015

Lesen Sie hier: Bradley Cooper über „American Sniper“

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