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„Anderson“ im Kino

Anderson

in der DDR spielte sich eine Menge Kunst und Politik in der Küche ab. Aber nicht einmal in privaten Räumen konnte man vor der Stasi sicher sein, denn die hatte überall ihre Spitzel. Sascha Anderson war einer von ihnen: ein umtriebiger, charismatischer Schriftsteller, Musiker und Performer, der nebenbei ausführliche Berichte schrieb. Annekatrin Hendel widmet ihm in ihrer Trilogie zum Thema Verrat einen ganzen Film: „Anderson“ ist eine vielschichtige, keineswegs verurteilende Annäherung an einen komplexen Charakter. Hendel hat viele Originaldokumente aufgetrieben, zeigt aber auch zahlreiche Opfer von „Sascha Arschloch“ (Wolf Biermann) bei der Rückschau. Eine Küche gibt es in „Anderson“ auch. Hendel hat sie als Studio-Set nachgebaut. Die DDR wird so zur Attrappe, vor deren Hintergrund reale Erfahrungen wieder hochkommen.

Text: Bert Rebhandl

Foto: Salzgeber

tip-Bewertung: Sehenswert

Orte und Zeiten: „Anderson“ im Kino in Berlin

Anderson, Deutschland 2014; Regie: Annekatrin Hendel; 95 Min.

Kinostart: Do, 02. Oktober 2014

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