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Andrzej Jakimowskis Blindendrama „Imagine“ mit Edward Hogg

Imagine_01_c_NeueVisionenNicht nur dem leitenden Arzt kommen Zweifel angesichts der phänomenalen räumlichen Orientierungsfähigkeit des exzentrischen Engländers mit den eisenbeschlagenen Nagelschuhen, der sich durch Umwelttöne und mit Fingerschnippen, Klick- oder Schnalzlauten per Geräuschreflex ein imaginäres Bild von seiner Umgebung macht, sodass er ohne Blindenstock durch die Stadt laufen und quasi mit den Ohren sehen kann.

Die räumliche Orientierung per Echo-Ortung kennt man von Fledermäusen oder Delfinen, doch auch Menschen können diese Fähigkeit bis zu einem gewissen Grad erlernen. Der mit tatsächlich total beziehungsweise stark sehbehinderten Darstellern in den Blindenschülerrollen gedrehte Film des Warschauer Regisseurs Andrzej Jakimowski ist Ben Underwood gewidmet, der die Kunst der Echo-Ortung bereits als Knabe erlernte; in der Doku „The Boy Who Sees Without Eyes“ (2007) ist der Blinde beim Skateboarden, Radfahren und Basketballspiel zu sehen.  

Text: Ralph Umard

Foto: Neue Visionen

tip-Bewertung: Annehmbar

Orte und Zeiten: „Imagine“ im Kino in Berlin

Imagine Polen/Frankreich/Portugal/Großbritannien 2012; Regie: Andrzej Jakimowski; Darsteller: Edward Hogg (Ian), Alexandra Maria Lara (Eva), Melchior Derouet (Serrano); 105 Minuten; FSK 0

Kinostart: 2. Januar

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